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Daß der Musikunterricht immer schon die Nerven von Schülern und Lehrern strapaziert hat - , sei es, weil der Lehrer mit seiner Musikauswahl den völligen "Grufty-Sound" erwischt hat oder weil die gelangweilten Schüler nicht rechtzeitig in eine Fuge einsetzen - demonstrierten die Mitglieder des Musiktheaters für Jugendliche der Krefelder Musikschule an Georg Philip Telemanns komischer Kantate "Der Schulmeister" und dem musikalischen Bühnenstück "Musik, Musik" von Wendelin Rader (Text) und Phan Trat Quan (Musik), der auch Regie führte.
Wie die Musiklehrerin in der modernen Version, so ist auch der barocke Schulmeister von seiner Musikauffassung vollauf überzeugt. In der selbstbewußten Arie mit dem bescheidenen Text "Wenn der Schulmeister singt, so klingt es wunderschön" unterläuft ihm allerdings doch so mancher Fehler, was den hinter seinem Rücken über ihn herziehenden Mädchen natürlich nicht entgeht. Er ist von ihrem Gesang aber auch nicht außerordentlich begeistert und kann vor
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Zorn den Takt kaum halten. Ralph Schürmanns, der mit dem Schulorchester den beweglich gestalteten, melodiösen Gesang der Schülerinnen begleitete, hatte in dieser Hinsicht keine Schwierigkeiten.
In der zweiten Schulstunde verwandelten sich die jungen Damen, die eben noch im langen Spitzenkleid Menuett getanzt hatten, in lässige Teenager, für die die Pilzköpfe, von denen ihre Lehrerin so schwärmt, schon schimmelig sind. Zur fetzigen Musik vom Synthesizer zeigen sie ihr, wos langgeht: Hip-Hop-Rap und Lambada sind angesagt. Für die immer populären Heimatlieder haben sie "nur" eine bissige Parodie übrig, in der sie als fesche Engerländer Maderln den Gamsbock sein Heimatlied ins Tal röhren lassen. Titel: "Durch Mark und Bein". Bei allem Unterschied im Musikgeschmack sind sie sich jedoch mit ihrer Lehrerin und wohl auch mit dem Schulmeister im letzten Lied der Schulstunde einig: "Musik ist wunderbar!" (Weitere Vorstellungen: 28. Mai, 10. und 11. Juni)
RUTH KLINGEBIEL
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