Krefeld, Rheinische Post, Montag, 21. Mai 1990



"Die kleine Hexe" im Theater der Musikschule

Gewitter, Kugelblitz
und Hexentanz


"Leute, macht die Besen klar, Fliegen, das ist wunderbar!" hieß es am Samstag im neuen Studiotheater der Musikschule, das mit dem Kindermusical "Die kleine Hexe" von Ottfried Preußler eröffnet wurde. Die 35 Knusper-, Sumpf-, Kräuter- und Moorhexen des neuen Musiktheaters für Kinder weihten das Theater mit Kugelblitz, Gewitter und Hexentanz ein.

Die eingängigen Musiknummern schrieb Regisseur Phan Trat Quan zu Texten von Wendelin Rader. Mit viel Begeisterung sangen die Kinder im Chor oder auch solo zu den computergespeicherten rhythmischen Melodien. Besonders gut gefiel dem kleine Publikum der ewig verschnupfte Maronimann, den die kleine Hexe von seiner Triefnase und seinen kalten Zehen befreit und auch das Lied der bösen Oberhexe, die der kleinen Hexe zur Strafe dafür, daß sie nur Gutes herbeizaubert, das Holzsammeln für das große Walpurgisfeuer aufbrummt.


Den gespenstigen Rahmen für die nächtlichen Besenritte und Zauberformeln bildete, neben den technischen Effekten in Licht und Ton, ein großes Bühnenbild voller Fliegenpilze, Spinnen und Fledermäuse, das die Kinder gemeinsam mit einigen Eltern gemalt hatten. Auch die Kostüme waren nicht weniger stilecht: Flickenröcke, Reisigbesen, bunte Kopftücher und ein wenig Schminke verwandelten die Musikschüler in die gemeinsten und unheimlichsten Hexen der ganzen Walpurgisnacht.

Doch das Herz des Zuschauers gewannen natürlich vor allem der Rabe Abraxas und die kleine Hexe, der es schließlich doch noch gelang, trotz ihres geringen Alters - 127 dreivierteleinhalb Jahre - die großen Hexen an der Warzennase herumzuführen.

Da die weitern Vorstellungen bereits ausverkauft sind, werden die Kinder im August noch viermal um das Hexenfeuer tanzen.

rkl