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Teacue Music, Phan Trat Quan, Musicals

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Titelbild Musical

Krefeld, Rheinische Post, 30. September 1996

Premiere in der Musikschule: Musical "Tosca ’68"

Alte Parolen geschmettert

Mit "Tosca ’68" feierte jetzt die 14. Produktion des Musiktheaters der Musikschule seit 1989 Premiere. Für Spielleiter Phan Trat.Quan ist es sein neuntes Musical. An die 40 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen waren beteiligt.
Trat Quan hat die Handlung der berühmten Puccini-Oper "Tosca" in das Jahr der Studentenrevolte versetzt. Vor dem Hintergrund von 1968 kommt es zur dramatischen Konfrontation zwischen Jugend. und Staatsmacht, zwischen der Suche nach neuen Lebensformen und der kompromißlosen Verteidigung der herrschenden Ordnung.

In Hippie-Klamotten
Bei den älteren Zuschauern im Publikum gab es reichlich Anlaß zum Schmunzeln. Da wird auf der Bühne auch schon mal ein Joint "geraucht", da werden Mao-Thesen zitiert, da sind recht bunte Hippie-Klamotten zu sehen.
Die Vertreter der Staatsmacht dagegen treten natürlich weniger bunt auf, eben uniformiert. Die Dramaturgie des Musicals ist schon ein wenig holzschnitthaft, innere dramatische Entwicklung darzustellen, das ist den jugendlichen Darstellern wohl auch nicht abzuverlangen. Also setzt Trat Quan auf formale Vielfalt.

  Zur selbstentwickelten poppigen Musik (vom Computer eingespielt) gibt es reichlich Gesangssoli, -duette, -terzette, auch mehrere Chorpassagen. Auf der Bühne entspannt sich ein reicher Bilderbogen, in dem der eigentliche Plot ein wenig untergeht, aber auch das ist nicht tragisch.
Allen Beteiligten, vor der Kulisse übrigens überwiegend Mädchen, war der Spaß an der Sache anzusehen. Ein ; wenig Unbeholfenheit. in der Darstellung wurde gesanglich in der Regel mehr als kompensiert. Die weibliche Hauptdarstellerin – in der Rolle der Floria die kokette und stimmbegabte Ute Neuhaus – ist hier besonders hervorzuheben.

Alte Parolen
Im großen Finale schmettert das gesamte Ensemble dem Püblikum noch einmal die alten Parolen von 1968 entgegen, von "Unterm Pflaster liegt der Strand" bis zu "Phantasie an die Macht". Viel Applaus gab es für die phantasiereiche Aufführung im kleinen Studiotheater der Musikschule. (Nächste Aufführungstermine: Montag, 21. Oktober in der Musikschule; am Wochenende 26. und 27. Oktober in der freien Waldorfschule, jeweils 19 Uhr).

kMs

Krefeld, Westdeutsche Zeitung, 1. Oktober 1996

Tanz um goldenen Hanf

Die Uraufführung von "Tosca’ 68" brachte Phan Trat Quan und Ensemble auf die Studiobühne des Hauses Sollbrüggen.

Von Rene Linke

Wir sind Ratten allesamt, und wir beißen, beißen. Seid realistisch und verlangt nur, was unmöglich ist!" Ins wilde, revoltierende Paris der 68er verlegte das Musical-Ensemble der Krefelder Musikschule jetzt das Polit- und Liebesdrama "Tosca". Viel Verzweiflung und sogar ein Hauch von Klassenkampf durchwehte die Studiobühne des Hauses Sollbrüggen bei "Tosca ’68".
Es ist jetzt schon die achte Uraufführung, die Autor, Komponist, Regisseur, kurz der emsige Leiter des Musiktheaters, Phan Trat Quan; diesmal unterstützt von Tom Heilandt (Text) und Regina Zindel (Choreographie), auf die Bühne stellt. Und auch diesmal: Nach drei mitreißenden Stunden voller Liebe und Eifersucht, voller Haß und Leidenschaft kann sich das dichtgedrängte Publikum nur wieder augenreibend und verblüfft wundern, mit welcher faszinierender Hingabe und Engagement Trat Quan die insgesamt 21; meist jugendlichen Mitglieder seines Laien-Ensembles in bravouröse Bühnenform bringt.

Vietnam, USA, Paris – mit Filmausschnitten von Erschießungen, knüppelnden Polizisten und Straßenschlachten werden wir in die schreckliche Seite dieser Zeit gestoßen. Über die Musik, die Kleidung, die hitzigen Debatten und auch uber die Drogen der rebellischen Zeit erfahren wir so ganz nebenbei und meist augenzwinkernd etwas. Wirklich hinreißend dieser Blues-Brother-Tanz um die goldene Hanfpflanze, doch bei aller tänzerischen Leichtigkeit – hart und unerbittlich führt das Musical die agitierenden Maoisten und den französischen Geheimdienst gegeneinander.
Dazwischen der Fotograf Mario, in der Liebe hin- und hergerissen zwischen kämpfender Madeleine und träumender Floria. Nach einem dramatischen Mord und einer Flucht mit schrecklichem Ausgang greift schließlich der "Regisseur" ins Spiel ein. Nein, in diesem Zirkel von Gewalt dürfen und sollen die 68er schließlich nicht enden. Was bleibt also noch von den in einem furiosen Finale zusammengefaßten Parolen? Eine Frage zum Schluß – und stürmischer Applaus.

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PLAYLIST

  • Prolog
  • Église
  • In meinen Händen
  • Flüchtlinge
  • Ich konnte nicht anders
  • Liebe ist
  • Traum
  • Komm
  • Picard
  • Freaks
  • Castle
  • Mamba
  • Feuer
  • Mission
  • Eifersucht
  • Besuch
  • Folter
  • Fabrik
  • Lullaby
  • Gottes Wind
  • Triste
  • Final
  • Nachklang
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