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Teacue Music, Phan Trat Quan, Musicals

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Titelbild Musical

TOSCA ’68

© 1995
Musical von Phan Trat Quan
frei nach Victorien Sardou (1831-1908) Theaterstück "LA TOSCA"
Buch und Musik: Phan Trat Quan
Liedtexte: Phan Trat Quan und Tom Heilandt
nach französischen Originaltexten von Phan Trat Quan

Aufführungsdauer: 110 Minuten
Altersgruppe: Jugendliche und Erwachsene
Anzahl der Musiknummern: 22 (1- bis 4-stimmig)
Prolog, 5 Akte, Epilog
18 Rollen
Gruppen: Polizisten, Arbeiter, Studenten, Künstler u.a.

Uraufgeführt am 28. September 1996 in Krefeld

ZUM STÜCK

Die Vorlage zu "Tosca ’68" ist wie für Puccinis Oper "Tosca" das fünfaktige historische Drama des französischen Dramatiker Victorien Sardou "La Tosca".
Victorien Sardou (1831-1908) war einer der bekanntesten und produktivsten Dramatiker seiner Zeit. Er erhielt einen Sitz in der Académie Francaise. Nicht zuletzt verdankte er diesen Erfolg großen Schauspielern wie Sarah Bernhardt, die seine Tosca international berühmt machte.
Sardous Drama "La Tosca" wurde in Paris 1887 uraufgeführt – mit Sarah Bernhardt in der Titelrolle.

"Tosca ’68" ist eine moderne Version des Melodrams und verlegt die Handlung in das Jahr 1968 – das Jahr der Jugend / Studentenrevolte. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die Geschichte einer dramatische Konfrontation zwischen Idealen und Fanatismus, zwischen Liebe und Eifersucht, zwischen den Befreiungsschreien auf der Suche nach neuer Lebensform und der kompromisslosen Verteidigung der herrschenden Ordnung.

ÜBER 1968
Das Jahr 1968 in Paris ist die historische Kulisse für "Tosca’68".
Paris war damals Schauplatz einer heftigen und brutalen Auseinandersetzung zwischen Polizei und revoltierenden jungen Menschen. In einer Überreaktion auf kleinere Provokationen aus dem Studentenmilieu hatte die Regierung das gesamte Quartier Latin von der C.R.S. – Polizisten aus der Compagnie Républicaine de Sécurité (Sicherheits-Polizei) – besetzen lassen.
Die Unruhen im Studenten Milieu und die Omnipräsenz der C.R.S., führten schnell zu Aufständen, erschütterten die politische Macht und schrammten nur haarscharf an einem Bürgerkrieg vorbei.
In einer Atmosphäre, bestehend aus einem Wechselbad fröhlicher Hoffnung, brutaler Knüppelschlägen, mit Tränengas gesättigten Nächten und verqualmten Aulas, entfaltete sich eine Revolte gegen jegliche Autorität.
Die Entschlossenheit der Studenten zum Widerstand führte nicht selten zu Ausschreitungen seitens der Polizeikräfte. Die Folge war ein regerechter Hass gegen die C.R.S., der sich in den Parolen auf Wänden und Plakaten widerspiegelte.

Das Jahr 1968 und die Zeiten danach waren nicht nur Zeiten von Demonstrationen und Straßenkämpfen, es waren auch Zeiten, in denen viele junge Menschen sich und ihre Umwelt in Frage stellten. Sie suchten hoffnungsvoll nach Lösungen für ein besseres, gerechteres und sinnvolleres Leben. Der Umgang mit der Autorität in Schulen, Universitäten und Unternehmen änderte sich seitdem dauerhaft und grundlegend. Der Aufstand vom Mai ´68 wirkte für viele Menschen wie ein Erwachen. Er prägte eine ganze Generation und gab ihr unter anderem die Fähigkeit, sich für ein Ziel zu engagieren.

Jean Daniel über den Mai ’68 in "Sous les pavés la plage"
"Die Revolte entfaltet sich einfach gegen die Autorität. Gegen jegliche Art der Autorität. Gegen alles, was von oben kommt und von nahe oder weit an eine Hierarchie erinnert: Familie, Schule, Arbeit, Armee, Kirche. Alles, was eine Grenze darstellt, wird gehasst. Alles, was den Horizont versperrt, wird verurteilt. Die Wand ist keine Fläche, die man entziffern muss, sondern ein Hindernis, das man überwinden muss. Verbieten verboten! Die Frage, die ein Sohn seinem Vater stellt, ist: " Sag, was hast du aus deiner Jugend gemacht? Was hast du aus deinem Leben gemacht?"
Später ist man schnell wieder auf die Suche nach dem Vater zurückgekehrt. Jahrhundertwende, Jahrtausendwende, Ende der Utopien: Wir haben das Bedürfnis, an eine Autorität zu glauben. Wir verlangen Regeln, einen Sinn, eine Religion. Ohne es zu wissen, kehren wir zurück zu dem Verlangen nach einem Patriarchen, nach einem Monarchen. Pendelausschlag? Schwingt das Pendel zu weit ? Wenn man sich die Bilder aus dem Mai ´68 anschaut, hat man Lust, sich daran zu erinnern, dass das Leben sich nicht einsperren lässt. Dass der Mai ´68 ein unerlässlicher Luxus ist. Und dass man mindestens alle zwanzig Jahre einen Lebens-Aufstand benötigt.

INHALT

Paris im Herbst 1968

PROLOG
Einige Monate nach dem Mai ’68 eskalieren die Auseinandersetzungen zwischen Polizeikräften und Revolutionären. Madeleine, militantes Mitglied einer maoistischen Organisation (la Gauche Prolétarienne), hat bei einem Straßenkampf einen C.R.S. (Polizist der Sicherheitspolizei) erschlagen, um einem Reporter zu helfen.

1. AKT
Auf der Flucht vor den C.R.S. suchen sie und ihre Kameraden Unterschlupf in einer Kirche.
Dort arbeitet Mario – ein junger Photograph – der gerade Aufnahmen der Demonstration gemacht hat. Zusammen mit dem Priester verstecken sie die Flüchtlinge und retten sie so vor den C.R.S., die ebenfalls in die Kirche eingedrungen sind. Mario ist fasziniert von Madeleine und auch Madeleine fühlt sich von Mario angezogen. Er will den Maos helfen und organisiert mit dem Priester ein Versteck für sie.
Die Sängerin Floria, Marios Freundin, erscheint. Sie ist eifersüchtig und macht ihm eine Szene als sie ein Photo von Madeleine sieht. Mario kann sie aber beruhigen und sie verlassen die Kirche. Unter dem Vorwand, etwas erledigen zu müssen, geht Mario zu dem Versteck.
Die Polizei kommt in die Kirche zurück, angeführt von dem gerissenen Inspektor Picard. Er verhört Michi, einen Freund von Mario und Floria, auf brutale Art und Weise. So erfährt Picard, dass Floria einen Auftritt in der Ecole normale superieure hat.

2. AKT
In der Ecole normale superieure feiern Künstler, Philosophen, Artisten, Freaks, Studenten u. a. den Zeitgeist. Bei einer symbolischen Bücherverbrennung gegen die Vereinnahmung der Kultur durch die herrschende politische Macht, findet Picard Floria. Picard weiß Florias Eifersucht geschickt zu nutzen. Er verunsichert sie so sehr, dass sie unbedingt zu Mario will. Picard verfolgt sie.

3. AKT
 In ihrem provisorischen Versteck planen die Maoisten eine Vergeltungsaktion gegen Vorarbeiter der Renault-Fabrik in Billancourt. Mario gerät immer mehr in den Bann von Madeleine, und als sie ihm vorschlägt, bei der Aktion dabei zu sein, um sie zu dokumentieren, willigt er ein. Im selben Moment erscheint Floria. Sie hat alles gehört. Nachdem Madeleine gegangen ist, explodiert ihre Eifersucht und ihre Wut gegen Mario. Er begreift allmählich, dass er zu weit gegangen ist, und bittet sie um Verzeihung. Als aber die Polizei das Haus umstellt, erkennen beide, dass Picard Floria eine Falle gestellt hat, um auf Marios Spur zu kommen.
Picard und seine Männer stürzen ins Haus. Sie sind grob und frech zu den beiden jungen Leuten. Picard verfolgt unerbittlich sein Ziel: Er muss die Maoisten finden , die den C.R.S. erschlagen haben.
Er lässt Mario in einem anderen Zimmer von seinem Folterknecht Charron verhören. Erst als Floria die Schreie des gefolterten Mario hört, begreift sie die Absicht von Picard. Aus Liebe zu Mario "singt" sie und verrät Ort und Uhrzeit der von den Maos geplanten Aktion. Mario begreift nicht warum Floria "gesungen" hat – er dreht durch und sagt ihr, wie sehr er sie dafür hasst.

4. AKT
Schichtwechsel bei Renault. Vor den Toren der Fabrik verteilen die Maoisten Flugblätter, in Wirklichkeit wollen sie mit einigen Vorarbeitern abrechnen. Die Vorarbeiter sind aber von der Polizei gewarnt worden. Ein Polizist hat sich als Vorarbeiter eingeschlichen. Als Madeleine gerade diesen Vorarbeiter provoziert, schießt er. Sie fällt sofort tot um.

5. AKT
Mario wird erneut festgenommen. Picard verfolgt noch ein weiteres Ziel. Er giert nach Floria, doch sein Versuch, Floria zu erpressen ("Entweder Du gibst Dich mir hin, oder Mario bleibt für einige Jahre im Gefängnis!") scheitert kläglich. Sie beleidigt ihn so sehr, dass er dieses Ziel aufgibt und sie scheinbar freilässt. Er schickt sie zu Mario und beauftragt gleichzeitig Charron damit, Mario zu "befreien". Auf dem Weg zur Zelle trifft Charron Floria und fängt vor den Augen von Mario an, sich an ihr zu vergreifen. Mario, machtlos hinter dem Gitter, tobt bis Charron von Floria ablässt. Doch Charron ist inzwischen rasend vor Wut. Er stürzt in die Zelle und schlägt brutal auf Mario ein. Floria begreift, dass er Mario töten wird und ersticht Charron mit dem Brieföffner, den sie aus Picards Büro mitgenommen hat. Mario und Floria fliehen durch ein Fenster und springen in einen leeren offenen Polizeiwagen.

EPILOG
Als sie losfahren wollen, geschieht das Entsetzliche … Ein Racheakt der Maoisten an der Polizei … Doch kann das das Ende sein?

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PLAYLIST

  • Prolog
  • Église
  • In meinen Händen
  • Flüchtlinge
  • Ich konnte nicht anders
  • Liebe ist
  • Traum
  • Komm
  • Picard
  • Freaks
  • Castle
  • Mamba
  • Feuer
  • Mission
  • Eifersucht
  • Besuch
  • Folter
  • Fabrik
  • Lullaby
  • Gottes Wind
  • Triste
  • Final
  • Nachklang
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