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Teacue Music, Phan Trat Quan, Musicals

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Titelbild Musical

Krefeld, Rheinische Post, 29. September 2009

Krefeld, Rheinische Post, 29. September 2009

Krefeld, Westdeutsche Zeitung, 24. Januar 2000

Im Spagat zwischen
Kunst und Kommerz

Voller Spiellust präsentierten sich am Samstag
die Musikschüler bei ihrer neuen Musicalproduktion
"Si tu danses"

Von René Linke

Die Kunst darf heutzutage eigentlich alles. Sie darf provozieren, die schlechten Dinge immer wieder bei m rechten Namen nennen, derb und konkret, radikal und abstrakt – alles ist genehm: Es muss nur verkäuflich sein. Mit dem schwierigen Zusammenhang von Kunst und Kommerz setzt sich die neue Musical-Produktion" Si tu danses" aus einander, die der Krefelder Musical-Meister Phan Trat Quan mit 30 Jugendlichen und Erwachsenen einmal mehr in aller Energie und Frische eingerichtet hat.
"Wenn du tanzt…", Musik und Buch von Phan Trat Quan, Liedtexte von Tom Heilandt, ist ein Herzensbekenntnis zum Leben, zur Unbekümmertheit, zur Spontaneität – und auch zur Liebe. Dagegen stehen Spießertum, Ordnungsliebe, der schnöde Mamon – und wie in diesem Fall: die Leitung des berühmten Theater Festivals in Avignon. 1968 wurde dort der bekannte Julian Beck mit seinem "Living Theatre" nach einer skandalisierten Aufführung davongejagt.
Das nimmt "Si tu danses" jetzt zum Ausgang. Weil ihre Festivalvorstellungen schon alle ausverkauft sind, beschließt eine engagierte Truppe, kostenlos auf der Straße zu spielen.
Das ruft die kommerzorientierte Festivalleitung 

wie die gestrenge Bürgermeisterin auf den Plan. Es kommt zu Tumulten, bis schließlich die Polizei eingreift. Doch es geht hier um mehr als nur um Kunst, die sich zwischen Skandallust und Ordnungsliebe behaupten muss. Für die Gehilfin der bösen Managerin, die sich später den engagierten wie zerrissenen Julian anschließt, geht es auch um eine wichtige Entscheidung: für ein "anderes", freieres Leben.
Gekonnte Tanzszenen, herrliche gesungene Solo-Chorpartien und einige recht dramatische Spielszenen – in jeder Minute dieser gut zweistündigen (und etwas theorielastigen) Aufführung springt dem im engen Studio der Musikschule arg gequetschten Zuschauer die ansteckende Spiellust des jugendlichen Ensembles entgegen. Mitreißend eine herrliche Parodie auf die schlimme Justiz, eindrucksvoll ein Spießer-Chor mit Maske.
Man kann bei diesem engagierten und sehr ernsthaft agierenden "Laien" keinen hervorheben – und muss es dann doch: Die Ausdruckstarke Leigh Klinger ist wirklich eine herrlich zickige Managerin. Doch der lang anhaltende Applaus galt zu recht allen – und gibt zumindest eine Antwort auf die zum Schluss gestellte Frage, was das Theater eigentlich noch kann: es kann unterhalten und es kann eben Fragen stellen.

Krefeld, Rheinische Post, 25. Januar 2000

Theorie-lahmer Geist der
68er spukte
in der Inszenierung

Neues Musical von Phan Trat Quan und Tom Heilandt
in der Musikschule

Von Klaus Matthias Schmidt

Das waren aber diesmal doch lange zweieinhalb Stunden. Das neue Musikschul-Musical von Phan Trat Quan versuch den Geist der 68er zu beschwören. Aber da hat sich leider ein bisschen viel heute teils verquas wirkende antibürgerliche Theorie in den Text geschlichen, der dadurch oft recht Papiere raschelt."Si tu danses" heißt die Szenenfolge, die insgesamt 28 jugendliche Darstellerinnen und nur zwei Darsteller trotzdem engagiert über die kleine Musikschulbühne bringen.

Skandalstück
Die Geschichte geht zurück auf eine wahre Begebenheit. 1968 wurde Julian Becks Living Theatre vom Theaterfestival in Avignon vertrieben, weil die Truppe das Skandalstück "Paradise now" auch noch in Gratisaufführungen unters Volk bringen wollte. Das war für den wackeren Bürgermeister dann doch zu viel. "Freies Theater für alle", das wird auch in der Musikschule beschworen, wo die Theatertruppe ebenfalls einen Julian zum Leiter hat, aber hier "Si tu danses" heißt. Die "freie Liebe" wird da in einer Unbekümmertheit ausgerufen, die nach dem Auftreten von Aids Geschichte geworden ist. Nach dem Motto "Tu, was ich will, nicht was ich muss" wird eine "Revolution der Lust verlangt , welche die todessehnsüchte Warentauschgesellschaft umkrempeln soll.

"Wir haben noch nicht begriffen, dass wir verleitet wurden, ein Ende zu begehren, statt zu begehren ohne Ende." Ach, ja. Was wahren das für utopie-seelige Zeiten, damals, vor mehr als 30 Jahren.
  Die Inszenierung von Komponist Phan Trat Quan tut sich schwer mit den steifen Dialogtexten von Tom Heilandt, der dafür wenigstens einige schmissige Songtexte hinbekommen hat. Wenn das komplette Ensemble etwa kurz vor der Pause hinter öden Einheitsmasken versteckt einen bürgerlichen Entrüstungschor gibt, dann stimmt auch die Inszenierung. Die Parodie der Künstler auf die Bürger – "Öffentlich bekleidet" – ist ein Höhepunkt im zweiten Teil. Viele Songs hat auch dieses Musikschul-Musical wieder, doch hat sich Phan Trat Quan da leider wenig von den beatgeschwängerten 60er Jahren inspirieren lassen. Warum eigentlich nicht?

Akteure hatten Spaß
Leigh Klinger (Julian) und Ilana Rolef (Managerin) seien namentlich zu erwähnen, weil sie ihre Gesangsparts wirklich mit über dem Durchschnitt liegender Stimmkraft bewältigen, der Rest des Ensembles ist mit viel Engagement bei der Sache, wie gesagt. Der Spaß der Akteure am Agieren auf der Bühne ist ja schließlich auch der Hauptzweck der Musicalproduktion der Musikschule, und der war auch dieses Mal wieder unübersehbar vorhanden. Viel Applaus bei der B-Besetzung am Sonntag.

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PLAYLIST

  • Si tu danses 1
  • Was ich bin
  • Was ist Kunst?
  • Hiverdure
  • So viel mehr
  • Recherche
  • Celebration
  • Les marchands de chagrin
  • Avignon
  • Eine Feder
  • Festival
  • Si tu danses 2
  • Verhaftung
  • Öffentlich bekleidet
  • Noire
  • Final
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