Der französische Oliver Twist:
die Geschichte über den steinigen Weg
eines Waisenjungen und die Kraft der Liebe

PETIT DIABLE © 1995
Musical für Kinder nach Comtesse de Ségurs Kinderbuch „Un bon petit diable“
Bearbeitung, Übersetzung Buch & Musik: Phan Trat Quan
Gesangstexte: Tom Heilandt

Aufführungsdauer: 120 Minuten
Ausführende: Kinder und Jugendliche zwischen 7 bis 14 Jahren
Anzahl der Musiknummer: 28 ( 1- bis 3-stimmig)
Ouverture, 3 Akte, Epilog
16 Szenen
8 Bühnenbilder
12 Hauptrollen
Gruppen: Straßenkinder, Schüler, Straßenleute

Orchesterbesetzung: Flöte, Oboe, Bb Klarinette/ Bb Bassklarinette,
Fagott, 2 F Hörner, Alt-Saxophon, 2 Bb Trompeten, Posaune,
Klavier, 2 Keyboards, Akkordeon, 2 Gitarren (Konzert-, Western-, E-),
Percussion 1 (Pauken, Vibraphon, Xylophon, Tamburin, Cowbell),
Percussion 2 (Xylophon, Marimbaphon, Tamburin), Drumset,
Violinen 1 und 2, Viola, Violoncelli 1 und 2, Kontrabass, E-Bass.

Uraufgeführt am 9. Dezember 1995 in der Musikschule der Stadt Krefeld

ZUM STÜCK

Das Kinder- und Jugendmusical „Petit Diable“ („kleiner Teufel“) ist ein anspruchsvolles Theaterstück über Kindheit und Erziehung im England des 18. Jahrhunderts, über freche Streiche im Internat und nicht zuletzt über die Liebe, die alle Hindernisse überwindet.
Die Romanvorlage „Un bon petit diable“ von der Comtesse de Ségur ist für die Franzosen das, was für die Briten „Oliver Twist“ von Charles Dickens ist – jeder kennt die schicksalsreiche Geschichte um den Waisenjungen Charles.
Dramatische Szenen, Momente himmelschreiender Ungerechtigkeit, rührende Situationen voller Glück und Hoffnung wechseln sich mit urkomischen Szenen voller Humor ab.
Viele starke Hauptrollen bieten den Darstellern die Möglichkeit zum intensiven Charakter-Spiel, mit vielen Ensemble-Szenen eignet sich „Petit Diable“ sehr gut für große Truppen.

MUSIK & LIEDTEXTE

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1. Ouverture

OUVERTURE

1. Mann
Solang‘ du denkst, ist dein Leben schwer.

2. Mann
Was alles soll, fragst du längst nicht mehr.

1. Frau
Der Himmel über dir ist so grau wie lange nicht.

2. Frau
Der schottische Wind weht dir kalt und so fest ins Gesicht.

Frauenchor
Ein Tag, genau wie der nächste Tag.

Männerchor
Und keiner hört, wie laut du auch klagst.

Ein Kind
Doch tief in der Nacht singt der Wind dir ein neues Lied,
und du hörst ihm gut zu, erst noch erstaunt,
dann willst du mehr und mehr und mehr, immer mehr.
Jeder neue Morgen
bringt ein neues Licht.
Lass jetzt all deine Sorgen,
sieh dem Tag ins Gesicht.

Alle
Wie der Wind, die Weite,
wie der Sonne Schein,
nur von Liebe geleitet,
so soll dein Leben sein!

1. Frau
Ein neuer Tag und du fängst neu an.

2. Frau
Du lebst für jetzt nicht für irgendwann.

1. Mann
Der Himmel über dir ist so blau wie lang nicht mehr.

2. Mann
Und du liebst den Wind und dein Land, nichts ist mehr für dich schwer.

Alle
Ein neuer Tag macht aus Dunkel Licht.
Was morgen ist, daran denkst du nicht.
Du lebst, wie du magst und du magst einfach alles heut‘.

Ein Kind
Und du hörst noch den Wind,
er ist dein Freund,
du bist nie traurig, wenn du weißt, dass er singt:

Alle
Jeder neue Morgen
bringt ein neues Licht.
Lass jetzt all deine Sorgen,
sieh dem Tag ins Gesicht.
Wie der Wind die Weite,
wie der Sonne Schein,
nur von Liebe geleitet,
so soll dein Leben sein!
Nur von Liebe geleitet,
so soll dein Leben sein!

 Ouverture
2. Geh rein

GEH REIN

MacMiche
Geh rein ins Loch und das sofort.
Ab ins Kabuff, den dunklen Ort.
Speise und Trank kriegst du heut‘ nicht.
Soll’n die Ratten dich doch fressen, du Wicht!
Ha, ha ha ha!

Wenn ich dich brauch‘, bist du nicht da.
Treibst dich herum in fern und nah.
Enden wirst du auf dem Schafott.
Wenn ich dir nicht helfe, dann helf‘ mir Gott!
Ha, ha ha ha!

Er ist eine Last.
Nichts als Lärm und Hast.
Was soll ich nur tun mit Charles?
Er braucht einen Halt.
Bess’rung mit Gewalt.
Er braucht eine starke Hand.

Hier bleibst du jetzt, solang ich will.
Hier im Kabuff, da bist du still.
Denk drüber nach, was du getan.
Ist ’ne Bess’rung nicht in Sicht
und hilft alles Prügeln nicht,
bleibst du sitzen bis zum jüngsten Gericht!!!
Ha, ha ha ha.

 Geh rein
3. Kein schlechter Kerl

KEIN SCHLECHTER KERL

Betty
Er ist kein schlechter Kerl.
Egal, was and’re sagen.
Ich mag ihn einfach sehr.
Ich kann nicht klagen.
Er ist kein braves Schaf.
Ist voll mit dummen Streichen.
Er weiß, was er nicht darf.
Und tut es doch.

Wenn Charles mal einen Plan hat,
dann führt er ihn auch aus:
Die Zeitung brennt,
’ne Katze rennt,
Madame beißt eine Laus.

Doch Charles, der wär‘ nicht Charles,
wenn nicht die Fetzen flögen.
Man muss ihn einfach mögen,
den kleinen Teufelskerl.

Doch manchmal ist er nur ein kleiner Junge,
der will auf Mutters Arm und hör’n: Ich hab‘ dich lieb!
Madame sagt ihm das niemals, er ist einsam.

Natürlich ist er wild,
schlägt gern über die Stränge.
Doch ist er, wenn er will,
ein wahrer Engel.
Mit mir kann er’s ganz gut,
nicht so mit der Kusine.
Er hat schon reichlich Mut, sie ist so bös‘.

Wenn Charles dann seine Wut kriegt,
dann hört er keinen mehr,
doch nah und weit
hört, wie er schreit.
Und das erträgt man schwer!

Doch Charles, der wär‘ nicht Charles,
wenn nicht die Fetzen flögen.
Man muss ihn einfach mögen,
den kleinen Teufelskerl.

 Kein schlechter Kerl
4. Die Feen

DIE FEEN

Die Feen
Wagu, Weia, Wagu, Weia.
Schalu, Scheia, Schalu, Scheia.
Huh Huh, Hah Hah, Huh Huh, Hah Hah.
Wagu, Weia, Wagu, Weia.

Mic Mac Mäc Miche, Mic Mac Mäc Miche,
suchen wir dich, finden wir dich,
kriegen wir dich, holen wir dich,
Mic Mac Mäc Miche, Mic Mac Mäc Miche.

Feen, wir sind die Feen,
so was habt ihr noch nie geseh’n,
wir holen den, der uns gefällt
und schleppen ihn in unsr’e Welt.
Wir sind die

Feen 1
Feen, wir sind die
Feen, so was habt
ihr noch nie ge-
seh’n, wir holen
den, der uns ge-
fällt und schleppen
ihn in uns’re
Welt, wir sind die

Feen 2
Mic Mac Mäc Miche,
Mic Mac Mäc Miche,
suchen wir dich,
finden wir dich,
kriegen wir dich,
holen wir dich,
Mic Mac Mäc Miche
Mic Mac Mäc Miche.

Feen 1
Feen, wir sind die
Feen, so was habt
ihr noch nie ge-
seh’n, wir holen
den, der uns ge-
fällt und schleppen
ihn in uns’re
Welt, wir sind die …

Feen 2
Mic Mac Mäc Miche
Mic Mac Mäc Miche
suchen wir dich,
finden wir dich,
kriegen wir dich,
holen wir dich
Mic Mac Mäc Miche
Mic Mac Mäc Miche …

Feen 3
Wagu, Weia,
Wagu, Weia.
Schalu, Scheia,
Schalu, Scheia.
Huh Huh, Hah Hah,
Huh Huh, Hah Hah.
Wagu, Weia,
Wagu, Weia …

 Die Feen
5. So gemein - 6. Sei gut

SO GEMEIN

Charles
Ich weiß noch nicht, wo ich beginnen soll.
Es ist wie in ’nem bösen Traum.
Glaub mir, ich hab‘ die Nase wirklich voll
mit der MacMiche in einem Raum.

Sie ist gemein, brutal und bös‘ zu mir,
mir wird ganz schlecht von ihrer Stimme.
Wenn ich sie hör‘, werd‘ ich so wütend
und weiß nicht mehr, was ich dann tu‘.

Ich kam nach Haus, sie hat mich eingesperrt,
ich war nicht da, als sie mich rief.
Was sollt ich tun, ich hab‘ mich schon gewehrt.
Mein Streich war gut, der Schreck sitzt tief.

Ich weiß genau, so kann’s nicht weitergeh’n.
Sie sagt, ich ende als Verbrecher.
Es kann schon sein, dass sie da recht hat.
Vielleicht bring‘ ich sie nochmal um.

Charles
Ich halt‘ es nicht mehr aus
mit ihr in einem Haus.
Ich wünscht‘, ich wär‘ weit fort
an einem andern Ort,
wo jeder zu mir freundlich ist,
wo niemand mich mehr schlägt.

Ach, Juliette,
wär‘ ich wie du,
viel
könnt ich ertragen,
ohne zu klagen,
ich wäre gut.

Juliette
Sag so was nicht,
Charles, hab Geduld.
Charles,
ich brauch‘ dich hier.
Wo willst du denn hin?
Wer hat dich dort lieb?

Ich weiß, sie ist nicht gut.
Ich weiß, was sie dir tut.
Doch sprich nicht mehr von Mord
und bitte geh nicht fort.
Du wirst es schaffen, glaube mir,
ich helfe dir dabei.

(sprechen)
Charles Willst du, dass ich ihre Vorwürfe und ihre Ungerechtigkeit mit der Geduld eines Lamms ertrage, das man erwürgt?

Juliette (lächelt) Ich verlange von dir nicht so viel, es ist noch zu weit von dir bis zum Lamm. Aber Charles, hör mir gut zu. Deine Kusine ist nicht gut, ich weiß es, und ich gestehe es, aber es ist eben ein Grund mehr, sie zu schonen und zu versuchen, sie nicht zu reizen. Warum bist du so unpünktlich, wenn du weißt, dass bereits fünf Minuten Verspätung sie ärgern?

Charles (empört) Aber es geht darum, ein paar Minuten mehr bei dir zu bleiben, arme Juliette. Du wärst sonst allein geblieben, als ich dich nach Haus gebracht habe!

Juliette (gerührt) Ich danke dir, mein guter Charles; ich weiß, dass du mich liebst, dass du gut und besorgt zu mir bist. Aber warum bist du es nicht auch ein bisschen zu deiner Kusine?

Charles (aufgeregt) Warum? Weil ich dich liebe und ich sie hasse. Weil, jedes Mal, wenn sie sich ärgert und mich ungerecht bestraft, will ich mich rächen und sie rasend machen.

Juliette (vorwurfsvoll) Charles, Charles!

Charles (immer aufgeregter) Ja, ja, so ist das; sie hat Schläge in die Brust bekommen, ins Gesicht. Ich hab‘ Betty, die sie auch hasst, dazu gebracht, ihre blöden Zähne in der Suppe zu verstecken. Ich hab‘ ihr ihre Perücke abgerissen, und wenn sie wach wird, wird sie ihre Tabakdose voll Kaffee wieder finden, und ihr Lesebuch und ihr Nähzeug sind verschwunden. Sie wird rasend sein und ich entzückt, und ich werde gerächt!

Juliette (singt)
Oh Charles, mein Charles, hör dich mal selber an,
wie wild du tobst, wie laut du schreist.
Ob die MacMiche das noch viel lauter kann,
du gehst mir richtig auf den Geist.

Ich glaube fast, du wirst genau wie sie.
Ich hör‘ schon beinah‘ ihre Stimme.
Wenn du so bist, werd‘ ich so traurig,
weiß nicht mehr, was ich machen soll.

Du läufst herum, ganz wie ein wildes Tier,
schlägst um dich rum, tust selbst dir weh.
Du fluchst und drohst, Charles, ich hab‘ Angst vor dir,
weiß nicht, ob ich dich noch versteh‘.

Oh, Charles, es kann so nicht mehr weitergeh’n,
sonst endest du noch als Verbrecher.
Oh, Charles, hör zu, wenn ich dich bitte.

SEI GUT

Sei gut für mich! Wenn sie auch bös‘ ist.
Versuch’s für mich. Versprich es mir.

Charles
Oh, Juliette! Wenn ich’s nur könnte.
So furchtbar gern verspräch‘ ich’s dir.

Juliette
Ich helf‘ dir dabei, so gut ich es kann.

Charles
Du machst mir Mut, das tut gut.
Vielleicht kann es geh’n,
wenn wir uns versteh’n.

Beide
Mit dir hab‘ ich keine Angst mehr
vor dem Morgen, keine Angst mehr
vor der Nacht.

Du zeigst mir den Weg,
bist mein Freund, der mich leitet.
Du zeigst mir das Ziel, ich bin blind allein.
Dunkel ist die Welt.
Bin verlor’n in der Nacht.

Ich weiß ganz allein, ohne dich schaff‘ ich’s nicht
Zwei Blinde gemeinsam, wir finden das Licht.
Du zeigst mir den Weg,
bist mein Freund, der mich leitet.
Du zeigst mir das Licht.
Eine Welt für uns zwei,
dich und mich.

 So gemein - Sei gut
7. Hass

HASS

Charles
Ich hasse die Alte, ich könnte schrei’n.
Ich wünschte, ich könnte jetzt ganz schnell groß sein.
Dann packt sie mich nicht mehr, viel zu schwer,
und meine Rache, die wär‘ fürchter- fürchter- fürchter- fürchterlich.

Dann hätt‘ ich die Alte in der Gewalt,
und würd‘ sie dann betteln, dann wär‘ ich eiskalt.
Das täte meiner Wut ganz schön gut.
Ja, meine Rache, die wär‘ fürchter- fürchter- fürchter- fürchterlich.

Dann wirst du schrei’n, Madame MacMiche,
der Rächer kommt, und er packt dich,
er macht kurzen Prozess
und wirft dich ins Loch Ness,
denn da gehörst du hin,
was warst du auch so schlimm.

Hast mich immer gequält,
selbst dein Schicksal gewählt.
Sie ist weg, deine Macht,
es ist Charles, der jetzt lacht:
Charles MacLance!

Oh, fürchte dich, Madame MacMiche,
der Rächer kommt, und er packt dich,
und wenn du dich auch wehrst,
er wirft dich in den Herd,
denn da gehörst du hin,
was warst du auch so schlimm.

Und wenn du denkst, das ist hart,
denk dran, wie du warst,
wie bös‘ und gemein,
und Strafe muss sein.
Dann wirst du schon seh’n
und ganz schnell versteh’n:
Charles ist der King!

Warum sind die Menschen nur so gemein?
Warum kann nicht jeder ganz einfach gut sein?
Es gibt so viel Gewalt, ganz eiskalt,
hab‘ ich das Sagen, ja dann
wird‘ es keiner wagen, bös‘ zu sein.

Ich bau‘ mir eine neue Welt
und tu‘ nur noch, was mir gefällt.
Die eklige MacMiche
kommt mir nicht an den Tisch,
und jeder, der was wagt,
auch nur, was Böses sagt,

der wird von mir eingesperrt,
und wenn er sich wehrt,
mach kurzen Prozess
hinein ins Loch Ness.
Ihr würdet’s schon seh’n
und ganz schnell versteh’n:
Charles ist der King.

Und doch, ist das so richtig?
Ist Rache denn so wichtig?
Wie hat Juliette gesagt:
Wer sich rächt,
der ist genauso schlimm und bös‘.
Was soll ich tun?

 Hass
8. Blind

BLIND

MacMiche
Ich kann nichts seh’n und kaum noch steh’n,
helft mir geschwind, ich bin jetzt blind!
Er hat mich überfahren, mich arme alte Frau,
und dann auch noch geschlagen, ich bin ganz grün und blau!
Oh, welcher Schmerz! Mein armes Herz!

1. Gruppe
Sie ist jetzt blind! Helft ihr geschwind!
Er hat sie überfahren, die arme alte Frau,
und dann auch noch geschlagen, sie ist ganz grün und blau!
Oh, welcher Schmerz! Ihr armes Herz!

2. Gruppe
Was ist hier los, sag mir das bloß.
Lass mich nach vorn, ich kann nichts seh’n
Es ist ’ne Sensation, wenn hier mal etwas passiert.
Was für’n Geschrei, wir sind dabei,
das werden wir noch lang erzähl’n.
Die Alte ist doch, scheint’s, nicht sehr blessiert.

MacMiche
Haltet ihn fest unter Arrest.
Er darf mir nicht entweichen, der dreist gemeine Hund.
Beinah wär‘ ich ’ne Leiche, wär‘ plattgewalzt am Grund!
Bindet ihn fest unter Arrest!

Donald
Heh Alte, mach ma‘ halblang, du, wat soll denn dat Geschrei?
Ich geb’s vielen auf die Birne, was iss schon dabei?

Betty
Eine alte Frau zu hau’n, schämen Sie sich nicht?
Sie können sich nicht zügeln, Mann, Sie kommen vor Gericht!

Donald
Sie fing mit dem Fluchen an, oh Mann, hat die ein Maul.
So wie die, kann nich mal ich dat, wenn ich fluch‘ auf meinen Gaul.

1. Mann
Doch eine Frau zu schlagen, ist ganz faul!

Donald
Habt ihr ’se nich alle, ich verlier‘ gleich die Geduld.
Die Alte iss ’ne Hexe und iss selbs‘ an allem schuld!

2. Mann
Wenn Weiber schrei’n, dann lacht man und macht keinen Tumult!

Donald
Ein Weib wie die sah ich noch nie,
sie ist des Teufels Braut!

Die Leute
Ein Weib wie die sah man noch nie,
sie flucht viel besser als zwei Mann,
sie war nicht still, da schlug er zu, das kann man versteh’n.
Wir sind perplex, was für ’ne Hex‘.
Wer weiß, was die noch alles kann.
Vielleicht ist sie im Bunde mit den Feen!

Ein Weib wie die sah man noch nie,
sie flucht viel besser als zwei Mann,
sie war nicht still, da schlug er zu, das kann man versteh’n.
Wir sind perplex, was für ’ne Hex‘.
Wer weiß, was die noch alles kann.
Vielleicht ist sie im Bunde mit den Feen!

Charles
Du warst hier und hast’s geseh’n
sag mir bloß, was ist denn hier gescheh’n?

Der Junge
Mann, Charles, du hast hier wirklich was verpasst!
Hier war der Teufel los, dass man’s kaum fasst!
So’n Streit hat diese Stadt lang nicht geseh’n,
drum bleiben alle Leute steh’n.

Die Leute
Drum bleiben alle Leute steh’n.

Der Junge
Die Alte dort wollt‘ auf die Straße geh’n.
Der Kutscher Donald hat sie nicht geseh’n.
Er hat sie leicht gestreift, da fiel sie um,
doch blieb sie nicht sehr lange stumm.

Die Leute
Doch blieb sie nicht sehr lange stumm.

Der Junge
Er half ihr, sie stieß ihn zurück,
dann fing sie an zu schrei’n,
sie fluchte, als würd‘ sie verrückt.
Die Dame ist nicht sehr fein.

Die Leute
Nicht sehr fein!

Der Junge
Der Kutscher ist im Fluchen auch nicht schlecht.
Er gab es ihr zurück, das war gerecht.
Sie schlug ihn ins Gesicht, und er tat’s auch,
und seine Peitsche traf ihr Aug‘.

Die Leute
Und seine Peitsche traf ihr Aug‘!

Dialog

(singen)
Donald
Das haste wirklich gut gemacht, mein Kind,
Jetzt kann ’se nich mehr sagen, sie wär‘ blind.
Die Alte hat ’nen Schuss, das sieht man doch.
Und sehen kann ’se immer noch.

Die Leute
Und sehen kann ’se immer noch.

Donald
Ich geh‘ jetzt wieder meines Wegs,
ich hab‘ noch viel zu tun,
die Pferde sind noch ganz verschreckt.
Heh Alte, gib endlich Ruh‘!

Die Leute
Gib jetzt Ruh‘.

Richter
Das ist wohl jetzt das Ende der Geschicht‘.
Sie bleiben besser still, Madame MacMiche.
Wenn Sie noch weiter stör’n und weiter schrei’n,
dann, glauben Sie’s, ich sperr‘ Sie ein!

Die Leute
Dann, glauben Sie’s, er sperrt Sie ein!

Der Junge
Wie schad‘, jetzt ist die Show wohl aus!
Sonst könnte ich noch lange zuschau’n,
noch lange zuschau’n.
Jetzt geh‘ ich besser ab nach Haus!

Die Leute
Jetzt geh’n wir besser ab nach Haus!

 Blind
9. Die Schläge

Instrumental

 Die Schläge
10. Freunde

FREUNDE

Jack
Seht, wer kommt daher, müd‘ die Schritte schwer.
Ist das nicht der Charles? Sie hat ihn geschlagen!
Sonst ist er so froh. Niemals war er so.
Sie ist so gemein, wie kann er’s ertragen?

Kinder
Charles, sag uns, was war. Traurig stehst du da.
Was hat sie getan? Sonst gewinnst du immer!
Hast dich nicht gewehrt? Hast dich nicht beschwert?
Was ist los mit dir? Sie wird immer schlimmer.

Charles
Mich gewehrt? Nein, ich habe mich nicht gewehrt!
Mich beschwert? Keinen Ton habe ich gesagt!
War ganz ruhig, doch gespürt hab‘ ich jeden Schlag.

Nur für sie habe ich’s getan.
Für Juliette zeig‘ ich, was ich kann.
Denn für sie will ich gut sein,
und das ist nicht so einfach.
Ich weiß nicht, ob ich mehr ertrag‘.
Die MacMiche hat ’nen harten Schlag.
Ist nur gut, wer auch leidet?
Ich weiß nicht, ob mir das liegt!

Jack
Charles, du musst was tun. Lass sie nicht in Ruh‘.
Sie glaubt, du bist schwach, und wird dich nur quälen.
Charles, wir sagen dir, du hast Freunde hier,
du bist nicht allein, du kannst auf uns zählen.

Charles
Es ist schön, wenn man Freunde hat.
Ohne euch wüsst‘ ich keinen Rat.
Ich wär arm und verlassen
ohne Freunde …

Kinder
Wir sind da, du bist unser Freund,
und für dich sind wir stets bereit.
Sag uns nur, was wir tun soll’n
es ist leichter gemeinsam.

Alle
Wir sind stark, weil wir Freunde sind.
Ohne Angst, weil wir Freunde sind.
Jeder braucht einen Freund,
denn ein Freund hilft dem Freund
jeden Tag, Jahr für Jahr,
Freunde sind für dich da.
Jeder braucht einen Freund.

 Freunde
11. Wenn ich reich wär’

WENN ICH REICH WÄR!

Charles
Wenn ich reich wär‘, würde ich
zuerst mal weg von der MacMiche.

Juliette + Marianne
Was tät‘ die nur ohne dich?
Die würd‘ sich ärgern fürchterlich.

Charles
Dann kauf‘ ich ein Haus für uns
mit Hühnern und ’nem Schwein, das grunzt.

Juliette + Marianne
Charles, der wär‘ ein Farmer dann,
ob das was würde irgendwann?

Charles
Wär‘ ich so reich wie ein Scheich,
wär‘ mein Leben so leicht,
ich hätte Diener und einen Palast.

Juliette + Marianne
Wär‘ er so reich wie ein Scheich,
hätten wir’s nicht mehr leicht,
er würd‘ uns scheuchen, nur Arbeit und Hast.

Charles
Mit etwas Geld wär‘ ich wer,
uns’re Kammer nicht leer.
Ich würd‘ nur tun, was mir gefällt.

Alle
Wir wär’n die „Crème de la crème“,
wär’n „the Top of the top“
und sagten, uns gehört die Welt.

Marianne
Wär‘ ich reich und nicht so arm,
ging‘ ich mal auf ’ne Schönheitsfarm.

Charles + Juliette
Glattgebügelt das Gesicht
und Puder über Puderschicht.

Marianne
Dann such‘ ich mir einen Mann,
’nen großen Kerl mit Muskeln dran.

Charles + Juliette
Der will doch dann nur dein Geld,
egal ob du ihm auch gefällst.

Marianne
Wär‘ ich so reich wie die Queen, vorn und hinten bedient.
Ich äße was und so viel, wie ich mag.

Charles + Juliette
Wär‘ sie so reich wie die Queen,
vorn und hinten bedient.
Sie würde fett immer mehr, Tag um Tag.

Marianne
Mit etwas Geld wär‘ ich wer,
uns’re Kammer nicht leer.
Ich würd‘ nur tun, was mir gefällt.

Alle
Wir wär’n die „Crème de la crème“,
wär’n „the Top of the top“
und sagten, uns gehört die Welt.

Juliette
Könnt‘ ich seh’n und wär‘ nicht blind,
dann wäre ich ein eitles Kind.

Charles + Marianne
Könnte sie sich selber seh’n,
dann würd‘ sie nur vor’m Spiegel steh’n.

Juliette
Kleider wollt‘ ich immer mehr,
und uns’re Kassen wär’n bald leer.

Charles + Marianne
Ein Prinzesschen wäre sie,
uns beide aber säh sie nie.

Juliette
Ich bin genau, wie ich bin,
bin nicht reich, auch noch blind,
doch ich hab‘ euch, und das ist so viel wert.

Charles + Marianne
Wir sind genau, wie wir sind,
sind nicht reich, sie ist blind,
doch haben wir uns bisher nicht beschwert.

Juliette
Wenn ich nicht wär‘, wie ich wär‘,
wär‘ ich nur irgendwer.
Und das ist nichts, was mir gefällt.

Alle
Denn nur genau, wie wir sind,
sind wir gut, können viel ertragen,
so wie jetzt sind wir toll, können alles wagen,
sind wir stark nicht allein, und wir können sagen:
Uns gehört die Welt!

 Wenn ich reich wär'
12. Mein liebes Geld

MEIN LIEBES GELD!

MacMiche
Hundertzwanzigtausend
und fünfzigtausend
macht hundertsiebzigtausend
und zwanzigtausend
macht hundertneunzigtausend
und noch zehntausend
zweihunderttausend Pfund.

Wie die Scheine duften,
die Münzen klingen,
so lange musst‘ ich schuften,
jetzt kann ich singen.
Dem Geld kann ich vertrauen,
kann darauf bauen,
mein liebes, liebes schönes Geld.

Ich wär‘ gern verreist,
kauf‘ mir ein großes Eis,
vielleicht bau‘ ich ein Schloss
und sitz‘ ganz hoch zu Ross.
Doch halt, was sag‘ ich da?
Ich trenn‘ mich nie von meinem Geld!

Immer soll es bei mir sein,
wachsen soll es und gedeih’n
mehr und mehr für mich allein,
jede Münze, jeder Schein.

Geld ist Leben, Geld macht mich so froh.
Nie was geben tu‘ ich sowieso.
Wo wär‘ diese Welt nur ohne Geld?

Charles hat fünfzigtausend,
doch das weiß er nicht,
dafür darf er hier schmausen,
kein Ende in Sicht.
Er kostet viel zu viel mich,
das ist nicht richtig.
Wie werd‘ ich ihn nur los?

Zählen macht mir nur Spaß,
wenn ich nichts ausgeb‘,
hätt‘ ich nicht diesen Vielfraß,
der nur von mir lebt.
Geb Gott, dass mir was einfällt,
sodass er wegfällt,
dann hätt‘ ich alles nur für mich!

Ich hätt‘ meine Ruh‘
und wüsst‘, was ich dann tu‘,
ich zähl‘ den ganzen Tag,
genau, wie ich es mag.
Glaubt mir, ich sag‘ es euch:
Ich trenn‘ mich nie von meinem Geld!

Immer soll es bei mir sein,
wachsen soll es und gedeih’n
mehr und mehr für mich allein,
jede Münze, jeder Schein.

Geld ist Leben, Geld macht mich so froh.
Nie was geben tu‘ ich sowieso.
Was würd‘ ich nur tun ohne mein Geld?

Ich wär‘ allein und ich wär‘ schwach,
niemand bei mir,
ein leichtes Opfer für die Feen.
Tief in der Nacht hab‘ ich so Angst,
dass mich der schwarze Mann bald holt.

 Mein liebes Geld
13. Mein Gott, Madame

MEIN GOTT, MADAME

Betty (singt)
Mein Gott, Madame, ich fürchte mich,
es gibt doch Feen und Teufel nicht.

MacMiche (spricht) Doch, doch! Er hat den Teufel in den Hosen! Zwei Teufel!

Betty (singt)
Madame, was sollten Teufel dort
an einem solch prekären Ort?
Die Hosen sind doch nicht mehr schick,
ich hab‘ sie oft genug geflickt.
Nein, nein, Madame, ich glaub‘ es nicht!

MacMiche (spricht) Ich sage dir, dass ich sie gesehen habe, mit meinen eigenen Augen gesehen! Sie hatten Hörner und haben mir die Zunge rausgestreckt. Und Charles brannte und war von Rauch umgeben.

Betty (singt und rümpft die Nase)
Deshalb ist hier ein solcher Duft?

MacMiche (spricht) Es riecht nach Schwefel! Der Lieblingsduft der Feen und vom Teufel.

Betty (spricht) Ah! mein Gott! Das stimmt ja!

(singt)
Und Charles ist aufgelöst in Luft?

MacMiche (spricht) Die Feen haben ihn mitgenommen!.

Betty (singt)
Mein Gott, Madame, das ist ja …
spricht in ganz normalem Ton, aber etwas keck und witzig) schrecklich!
(singt)
Der arme Kerl, der arme …
(Spricht wie oben) Überlegen Sie nur! Mit all den Feen zusammen … Das ist aber eine schlechte Gesellschaft!
(singt)
Wer weiß, was er dort lernen wird?

 Mein Gott Madame
14. Der Brief

DER BRIEF

Charles
Verehrter Herr, ich kenne Sie nicht,
doch bitte hör’n Sie meine Geschicht‘.
Ich schreibe so, wie ich die Worte find‘.
Ich bin doch immer noch ein Kind.

Ich lebe bei Kusine MacMiche,
doch sehr gefällt es mir bei ihr nicht.
Sie schlägt mich wund, fühlt sich von mir gestört,
und sie nahm Geld, das mir gehört.

Ich weiß genau, dass ich bei ihr nie gut werden kann,
zu ihr bin ich stets gemein.
Doch bei Juliette lern‘ ich’s ganz bestimmt irgendwann,
wie sie würd‘ ich gerne sein.

So viel ist schlecht auf unserer Welt,
denn jeder will nur mehr und mehr Geld.
Viel Kinder gibt’s, denen man Böses tut,
da geht es mir noch ziemlich gut.

Verehrter Herr, ich helfe so gern,
doch muss ich sein, wo ich Gutes lern‘.
Lassen Sie mich dort leben, wo ich mag.
Ist es zu viel, worum ich frag‘?

Ich seh‘ ein Licht, das leuchtet in der kaltdunklen Nacht,
Im Traum wärm‘ ich mich daran.
Ich glaube fest, einen gibt’s, der über uns wacht.
Dies schreibt Ihnen Charles MacLance.

 Der Brief
15. Ein neuer Tag

EIN NEUER TAG

Charles
Ein neuer Tag, und ich muss jetzt geh’n,
wenn ich auch nicht mag, sag auf Wiederseh’n.

Juliette + Marianne
Ein neuer Tag ist noch unbestimmt,
es ist nicht gesagt, dass er Schlechtes bringt.

MacMiche
Ich bin ihn los, bin ihn jetzt endlich los.
Mein Gold und ich, wir brauchen and’re nicht.

Charles
Nun au revoir.
MacMiche
Nimmerwiederseh’n!
Charles
Ich komm bald zurück!

MacMiche
Ich bin so entzückt!
Der neue Tag,
der meint es wirklich sehr gut mit mir!
Der Ballast weg,
mein Weg voll Gold von hier!

Charles
Habt keine Angst.
Ich zeig‘ es allen.
Ich Charles Mac Lance.
Heh du, neuer Tag, fang an!

Straßenkinder
Hey, Charles, was ist?
Die ist echt ein Biest!

Und was willst du tun?

Mann, ist die gemein!

Charles
Schau, wer da kommt.
Betty
Wir geh’n zu Old Nick.
Charles
So will’s die MacMiche.
Betty
So dicht wie ein Sieb!

Friedensrichter
Der Fall ist schwer:
MacLance gegen MacMiche.
Ich weiß nicht mehr,
wer recht hat und wer nicht.

Charles
Ich bin bereit.
Betty
Und wir sind zu zweit.
Charles
Feinden geht es schlecht.
Betty + Charles
Wir zieh’n ins Gefecht.

Charles
Ein neuer Ort, wen treff‘ ich dort:
Freund oder Feind, wie wird’s dort sein.

Betty
Der arme Kerl, mein Teufelskerl.
Ich bleib‘ bei ihm steh‘ ihm bei.

Juliette + Marianne
Auf Wiederseh’n.
.
Musst du schon geh’n?
.
Pass auf dich auf!

Juliette + Marianne
Ein neuer Tag fängt an.
.
Hoffentlich wird’s nicht so schwer.

Juliette
Ohne Charles ist alles grau, mein Leben leer
Wann wird denn endlich alles gut?
.
.
Betty
Kleiner Teufelskerl, du brauchst jetzt Mut!

Charles
Sie schickt mich fort!
Betty
Richtiges Wort!
Charles
Fällt mir noch ein.
Betty
Kann man wohl sagen!
Donald
Was macht ihr zwei?

Seid ihr verrückt?

Iss die noch dicht?

Die braucht ’nen Hieb!

Straßenkinder
Goodbye, Charles.
Leb wohl, Charles.
Wir denken auch
an dich!

MacMiche
Endlich allein.

Alles ist mein,

ein jeder Schein!

Charles
Ein neuer Tag,
ich seh‘ ihm ohne Angst
ins Gesicht
was kommt, das kommt,
und Angst hilft mir da nicht.

Die Nacht ist hell,
ich weiß genau,
dass jemand mich mag,
mich liebt jeden neuen Tag.

Charles + Juliette
Ein neuer Tag,
ich seh‘ ihm ohne Angst
ins Gesicht,
was kommt, das kommt,
und Angst hilft mir da nicht.
Die Nacht ist hell
ich weiß genau,
dass jemand mich mag, mich liebt
jeden neuen Tag.

Die anderen
Ein neuer Tag fängt an
einer lacht, und einer weint
Keiner weiß,
ob ihm heut noch die
Sonne scheint.

Frag nicht, was er dir
bringen mag,
freu dich einfach
auf den neuen Tag

Die anderen
Leb jeden Tag dein
Leben neu.
Geh auf deinem
Weg ganz sicher
ohne Scheu.
Frag nicht,
was er dir bringen mag,
freu dich einfach
auf den neuen Tag.

MacMiche
Mein
liebes Geld
mein liebes Gold,
nur mit dir ist mir stets das
Glück so hold.

Meine Scheine,
alle, alle meine!
Oh, wie sehr ich euch mag
jeden neuen Tag

MacMiche
Mein liebes Geld,
mein liebes Gold,
nur mit dir
ist mir stets
das Glück so hold.
Meine Scheine,
alle, alle meine!
Oh, wie sehr ich euch mag
jeden neuen Tag.

 Ein neuer Tag
16. Pauken

PAUKEN

Kinder
Pauken, pauken, jeden Tag gequält!
Schreiben, schreiben, bis die Hand abfällt!
Lesen, lesen, was man niemals braucht!
Rechnen, rechnen, bis der Kopf uns raucht!
Lernen, lernen, Mann, sind wir geschlaucht!

Kinder 1
Pauken, pauken,
jeden Tag gequält!
Schreiben, schreiben,
bis die Hand abfällt!
Lesen, lesen,
was man niemals braucht!
Rechnen, rechnen,
bis der Kopf uns raucht!
Lernen, lernen,
Mann sind wir geschlaucht!

Viel
zu
viel
zu
viel
zu
viel

Kinder 2
Was für ein Mist
Wir könnten draußen toben,
hier ist es trist!
Wir brauchen eine List!
Wem fällt was ein?
Wir überleben keine
Stunde Latein!
Das nervt uns ungemein!
Wir woll’n raus! Wer
hält’s hier aus?

Krikel krakel kritzel kratzel
rechts links auf ab ritsch ratsch, weg!
Krikel krakel kritzel kratzel
rechts links auf ab ritsch ratsch, weg!
Krikel krakel kritzel kratzel
rechts links auf ab ritsch ratsch, weg!
Krikel krakel kritzel kratzel
ritsch ratsch ritsch ratsch, weg!

Kinder
Pauken, pauken, ach wir woll’n nicht mehr.
Pauken, Pauken, ist uns viel zu schwer.
Weg hier, raus hier, das ist, was wir woll’n
spielen, lachen, und im Dreck rumtoll’n

Kinder 1
Wir
woll’n
raus
aus
die-
sem
Haus

Kinder 2
Krikel krakel kritzel kratzel
rechts links auf ab ritsch ratsch, weg!
Krikel krakel kritzel kratzel
rechts links auf ab ritsch ratsch, weg!
Krikel krakel kritzel kratzel
rechts links auf ab ritsch ratsch, weg!
Krikel krakel kritzel kratzel
ritsch ratsch ritsch ratsch, weg!

Oliver
Mir tut der Kopf weh, mir ist so heiß.
Wenn ich ins Buch seh‘, dreht alles im Kreis.

Oliver
Mir tut der
Kopf weh.

Mir ist so
heiß.

Wenn ich ins
Buch seh‘,

dreht
alles im
Kreis.

Andere
.
Passt auf! Seid
still! Da kommt der Repe-
tent!
Passt auf! Seid
still! Sonst schlägt er, bis du
flennst.
Passt auf! Seid
still! Da kommt der Repe-
tent! Da kommt der Repe-
tent! Da kommt der Repe-
tent!

Boxear
Oliver, träumst du wieder? Oliver, hör gut zu!
Deine dummen Lieder sind hier fehl am Platz, hier ist Ruh‘!

(spricht) In die Ecke mit dir!

Kinder
Pauken, pauken, jeden Tag gequält!
Schreiben, schreiben, bis die Hand abfällt!
Lesen, lesen, was man niemals braucht!
Rechnen, rechnen, bis der Kopf uns raucht!

(Charles tritt ein)

Ein Neuer kommt, seht alle her,
ein Neuer kommt, er lacht ja noch,
der arme Kerl, der arme Kerl!
Dem wird das Lachen schnell vergeh’n,
er wird schon seh’n!

(sprechen)
Boxear An Ihren Schreibtisch, Monsieur.

Charles An welchen, Monsieur?

Boxear An den Nächstbesten, der frei ist.

(Charles sieht die Schulbank neben dem Aufseher, legt die Schüssel auf den Boden und setzt sich.)

Boxear (jämmerlich) Haben Sie den Kopf verloren, Sie drolliger Kerl? Ist das der Platz eines Schüler, neben mir?

Charles Wahrlich! Woher soll ich es wissen, Monsieur? Sie sagen: Den Nächstbesten, ich sehe diesen dort, dann nehme ich ihn.

Boxear Ah! … Monsieur ist ein Schönredner! Monsieur ist ein Kritikaster! Monsieur ist ungehorsam, revolutionär und so weiter. So werden wir mit Schönrednern fertig (er zieht an seinen Haaren) mit Kritikastern, (er ohrfeigt ihn) mit Ungehorsamen (er schlägt ihn mit einem Lineal) und mit Revolutionären (er peitscht ihn) So, Monsieur! Suchen Sie sich eine freie Schulbank aus.

(Charles war sehr tapfer geblieben und hatte keinen einzigen Laut von sich gegeben; nachdem er einen Blick in den Arbeitssaal geworfen hat, setzt er sich neben einen Jungen, der fast Tränen in den Augen hat.)

Kinder
Wir seh’n kein Licht mehr, nur finst’re Nacht.
Wir könn’n uns nicht wehr’n. Hier wird nicht gelacht.
Weiter, weiter, als wär nichts gescheh’n
Still sein, still sein, in die Ecke seh’n
Pauken, pauken, es hilft alles nicht.
Bloß nicht auffall’n, sonst schlägt er auch dich.
Auch dich!

 Pauken
17. Ins Bett (Neuer Mix 2016)

INS BETT

Alle
Ins Bett, ins Bett. Wir geh’n jetzt
ins Bett, ins Bett, wir woll’n jetzt
ins Bett, ins Bett, endlich geht’s
ins Bett, ins Bett.
Der Tag ist jetzt zu Ende, und er war nicht nett.
Doch jetzt ab ins Bett, ins Bett.

William
Hast du in Mathe eine miese Zensur.

Henry
Fühlst du dich ganz schlecht und brauchst eine Kur.

James
Bist du verliebt, doch sie liebt dich nicht zurück.

Robert
Macht dich die Schule insgesamt ganz verrückt.

John
Sagt der Lehrer dir, du wärst ein Analphabet.

Alle
Da hilft nur eins, du musst schnell ins Bett!
Ins Bett, ins Bett. Wir geh’n jetzt
ins Bett, ins Bett, wir woll’n jetzt
ins Bett, ins Bett, endlich geht’s
ins Bett, ins Bett.
Der Tag ist jetzt zu Ende, und er war nicht nett.
Doch jetzt ab ins Bett, ins Bett.

Charly
(Ein sehr lebendiger und lustiger Schüler, Charly, steht auf seinem Bett und benutzt seine Hände als eine Art lustiges Blasinstrument)
Charlys Solo

Alle
Im Bett, im Bett, wir liegen
im Bett, im Bett, es ist toll
im Bett, im Bett, sind endlich
im Bett, im Bett.
Wer glaubt, wir sind jetzt still, der irrt komplett.
Viel Spaß gibt’s im Bett, im Bett.

Boxear betritt den Raum, alle Kinder tun, als ob sie ruhig wären.

Wir schlafen, wir schlafen,
wir schnarchen, wir schnarchen,
dreh’n uns mal links rum,
dreh’n uns mal rechts rum,
wir schlafen.

Boxear geht in seine Kabine, alle Kinder amüsieren sich weiter

Gruppe1
Lesen ein Buch
Kriegen Besuch
Trinken mal Wein
Sind nie allein

Gruppe2
Im Bett
Im Bett
Im Bett
Im Bett

Alle
Es ist was los, einfach famos.
Der Spaß ist groß im Bett.
Im Bett, im Bett, wir liegen im
Bett, im Bett, es ist toll
im Bett, im Bett, sind endlich
im Bett, im Bett, wir liegen
im Bett, im Bett, es ist toll
im Bett, im Bett.

 Ins Bett
18. Strafe muss sein

STRAFE MUSS SEIN

William + Henry
Es tut mir einfach alles weh
im Kopf, im Rücken, in den Armen.
Ich bin so müd‘, kann kaum noch steh’n,
und keiner hat mit mir Erbarmen!

Alle Kinder
Es tut uns einfach alles weh
im Kopf, im Rücken, in den Armen.
Wir sind so müd‘, könn’n kaum noch steh’n,
und keiner hat mit uns Erbarmen!

Boxear
So muss es sein! So muss es sein!
Wer Regeln bricht, den mach ich klein!
Ich bin gerecht! Ich bin gerecht!
Straft man sie nicht, werden sie schlecht!

William + Henry
Das ist nicht einfach zu ertragen:
Was ich auch mach‘, ich werd‘ geschlagen.
Doch irgendwann platzt mir der Kragen,
und wer mich schlägt, kriegt selbst ’nen Schlag!
Es tut mir einfach alles weh
im Kopf, im Rücken, in den Armen.
Ich bin so müd‘, kann kaum noch steh’n,
und keiner hat mit mir Erbarmen!

Boxear
So muss es sein! So muss es sein!
Wer Regeln bricht, den mach ich klein!
Ich bin gerecht! Ich bin gerecht!
Straft man sie nicht, werden sie schlecht!

Alle Kinder
Hört denn niemand, wie wir schrei’n?
Sind wir wirklich ganz allein?
Wir sind doch ehrlich nicht so schlecht!
Das Prügeln, das ist nicht gerecht!
Seht ihr nicht, dass ihr uns zerbrecht!
Denn:

Es tut uns einfach alles weh
im Kopf, im Rücken, in den Armen.
Wir sind so müd‘, könn’n kaum noch steh’n,
und keiner hat mit uns Erbarmen!

William und Henry
Das ist nicht einfach zu ertragen:
Was man auch macht, man wird geschlagen.
Doch irgendwann platzt uns der Kragen,

William
und wer mich schlägt,

Henry
der kriegt selbst einen Schlag

William
doch ist er groß und stark

Henry
dann ist das schwer!

Alle
Es tut uns einfach alles weh
im Kopf, im Rücken, in den Armen.
Wir sind so müd‘, könn’n kaum noch steh’n,
und keiner hat mit uns Erbarmen!

 Strafe muss sein
20. Der schwarze Mann

DER SCHWARZE MANN

(sprechen)

Charles Er hat den Schlafsaal überquert,
ist zum Fenster gegangen und ist dann
verschwunden.

Old Nick (irgendwie interessiert, aber beunruhigt)
Ah! Das ist ein Hinweis! Diese schwarze Mann,
wie groß war er? War er nicht einer von euch?

Charles Oh! Nein Monsieur! Er war riesig,
ich habe noch nie so einen riesigen Mann gesehen!

Old Nick Wie war er gekleidet?

Charles Er trug ein großes schwarzes Kleid,
das um ihn herum schwebte.

Old Nick Und wohin ist er gegangen?

Charles Ah! Ich weiß es nicht. Ich habe Angst gehabt.
Als ich ihn gesehen habe, wie er halb durchs Fenster
ging, habe ich die Augen zugemacht.
Als ich sie wieder aufgemacht habe,
war er nicht mehr da.

Old Nick Ist das wahr, was du da sagst, du Schlingel?

Charles Oh! Monsieur, es ist so wahr, dass ich kaum
noch schlafen konnte, und ich habe jetzt noch Angst,
wenn ich daran denke.

Old Nick (für sich) Wie kann es sein?
Was soll ich glauben? Der schwarze Mann?
Wie kann er es wissen? … Es ist seltsam! …
Sehr, sehr seltsam!

Kinder (singen)
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!
Wird uns alle holen!
Wird uns alle holen!
.
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!
.
Ist so schwarz wie Kohlen!
Ist so schwarz wie Kohlen!
.
Mit Magie geht er durch jede Wand.
.
Fasst er euch, seid ihr ganz schnell verbrannt.
Hütet euch, er versteht keinen Spaß.
.
Menschenfleisch, das ist sein liebster Fraß.
.
Mit Magie geht er durch jede Wand.
Fasst er euch, seid ihr ganz schnell verbrannt.
Hütet euch, er versteht keinen Spaß.
Menschenfleisch, das ist sein liebster Fraß.
.
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!
.
Ist ein Ungeheuer!
Augen rot wie Feuer!
.
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!

Old Nick (singt)
Hier geht’s wirklich nicht mit rechten Dingen zu!
Übermächte sind im Spiel, und ich weiß nicht, was ich jetzt tu‘!
Heute Nacht mach ich gewiss kein Auge zu!
Wenn du willst, hol‘ dir ein Kind, doch: Schwarzer Mann, lass mich in Ruh‘!

Kinder
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!
Hat euch Zeit gestohlen!
Jetzt kommt er euch holen!

Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!
Er wird euch verkohlen!
Er wird euch versohlen!

Mit Magie geht er durch jede Wand.
Fasst er euch, seid ihr ganz schnell verbrannt.
Hütet euch, er versteht keinen Spaß.
Menschenfleisch, das ist sein liebster Fraß.

Mit Magie geht er durch jede Wand.
Fasst er euch, seid ihr ganz schnell verbrannt.
Hütet euch, er versteht keinen Spaß.
Menschenfleisch, das ist sein liebster Fraß.

Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!
Ist ein Ungeheuer!
Augen rot wie Feuer!
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!

Alle
Hier geht’s wirklich nicht mit rechten Dingen zu!
Übermächte sind im Spiel, und ich weiß nicht, was ich jetzt tu‘!
Heute Nacht mach ich gewiss kein Auge zu!

Old Nick
Wenn du willst, hol‘ dir ein Kind, doch:
Schwarzer Mann, lass
mich in Ruh‘!

Kinder
Wenn du willst, hol‘ dir Old Nick und
lass ihn bitte
nicht in Ruh‘!

Alle
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!
Der schwarze Mann!

 Der schwarze Mann
21. Fraß

FRAß

Kinder
Seht nur, seht nur, wie satt sie sind.
Ihre Bäuche voll Schwein und Rind.
Jeden Tag ein ganz tolles Fest.
Für uns bleibt nur der letzte Rest.
Ja, so ein Fraß macht keinen Spaß!
Wasser, Brot und ein bisschen Salz
und am Festtag ganz hauchdünn Schmalz.
Ja, so ein Fraß macht keinen Spaß!

Old Nick
Ratten! Schweigt still und fresst!
Lasst das Glotzen und das Motzen!
Seid froh, dass ihr die Reste kriegt,
nicht hungernd auf der Straße liegt!
Kaviar und Filet, Ananas mit Sorbet:
Das ist für euch ganz einfach zu schad‘,
in diesem Haus schmeckt es halt fad‘.
Ihr kriegt den Fraß, wir hab’n den Spaß.
Lachs geräuchert, zarte Flunder,
uns’re Bäuche werden runder.

Kinder
Immer kriegen wir Hohn und Spott.
Nie was Leck’res in uns’ren Pott.
Jeder Bissen ist eine Qual.
Leider hab’n wir ja keine Wahl.
Ja, so ein Fraß macht keinen Spaß!
Ja, so ein Fraß macht keinen Spaß!

Alexander
Nur trübe Brüh‘ auf meinem Teller.
Jede Maus in unser’m Keller
hat es besser, denn sie kriegt nicht diesen Fraß!
Nie Schokolade, nie Marmelade,
für arme Kinder gibt’s das wohl kaum.
Einmal Schlemmen, ja das wär‘ mein Traum.

 Fraß
22. Sie kleben

SIE KLEBEN

Tom Seht her, seht her, sie kleben am Stuhl!

Alle Seht her, seht her, sie kleben am Stuhl!

Tom Am Hinterteil, hey Man, ist das cool!

Alle Am Hinterteil, hey Man, ist das cool!

Tom Old Nick und Boxear stehen nicht mehr auf.

Alle Old Nick und Boxear stehen nicht mehr auf.

Tom Jetzt sind wir endlich mal obenauf!

Alle Jetzt sind wir endlich mal obenauf!

(Tanz)

Walt
Das ist recht lustig anzuseh’n,
die hohen Herrn ganz unbequem,
wenn das so blieb, das wär‘ nicht schlecht
und überhaupt nicht ungerecht!

Walt Das ist recht lustig anzuseh’n,

Alle Das ist recht lustig anzuseh’n,

Walt die hohen Herrn ganz unbequem,

Alle die hohen Herrn ganz unbequem,

Walt wenn das so blieb, das wär‘ nicht schlecht

Alle wenn das so blieb, das wär‘ nicht schlecht

Walt und überhaupt nicht ungerecht!

Alle und überhaupt nicht ungerecht!

(Tanz)

Charles Liebe Herrn, ich wüsst‘ schon was!

Alle Hört ihm zu, er weiß schon was!

Old Nick + Boxear Weiß er wirklich irgendwas, wirklich irgendwas?

Alle
Ding digelo di dang dudi du
ding digelo diday.
Ding digelo di dang dudi du
dang digelay didu.

Charles Es ist einfach aufzusteh’n …

Kinder Es ist einfach aufzusteh’n …

Old Nick + Boxear Ja, wie soll denn das nur geh’n, soll denn das nur geh’n?

Alle
Ding digelo di dang dudi du
ding digelo diday.
Ding digelo di dang dudi du
dang digelay didu.

Charles Lassen Sie die Hosen steh’n.

Kinder Lassen Sie die Hosen steh’n.

Old Nick + Boxear Wir soll’n ohne Hosen geh’n, ohne Hosen geh’n?

Alle
Ding digelo di dang dudi du
ding digelo diday.
Ding digelo di dang dudi du
dang digelay didu.

Charles Ja wir helfen gern dabei.

Kinder Ja wir helfen gern dabei.

Old Nick + Boxear Wenigstens sind wir dann frei, sind wir wieder frei.

Alle
Ding digelo di dang dudi du
ding digelo diday.
Ding digelo di dang dudi du
dang digelay didu.

Tanz

Charles Old Nick, der läuft halb nackt jetzt daher.

Kinder Old Nick, der läuft halb nackt jetzt daher.

Charles Und Boxear stapft ihm schnell hinterher.

Kinder Und Boxear stapft ihm schnell hinterher.

Charles Jetzt sind sie frei, doch ihre Würde los.

Kinder Jetzt sind sie frei, doch ihre Würde los.

Charles Das Leben ist schon schwer ohne Hos‘.

Kinder Das Leben ist schon schwer ohne Hos‘.

 Sie kleben
23. Lumpengesindel

LUMPENGESINDEL

Old Nick
Ihr Lumpengesindel, ihr seid schlecht,
kein Stück von euch gut!
Nur Trug und Geschwindel, ihr reizt mich
ganz tief bis auf Blut!
Euch einsperr’n für’s Leben,
euch die Peitsche geben,
euch den Mund verkleben,
tät‘ mir jetzt gut!

Wenn ich euch verhau‘,
einfach grün und blau,
das kühlt bestimmt meine Wut!
Und wenn ihr dann schreit
über euer Leid,
habt ihr’s verdient, Teufelsbrut!
Leider ist man Pädagoge
und muss sich darum oft zügeln,
doch euch immerzu zu verprügeln,
das geht mir nicht mehr aus dem Sinn.

Old Nick (spricht)
Also, der oder diejenigen unter euch, die die Urheber der vor Kurzem geschehenen Niederträchtigkeiten sind, werden sich zu erkennen geben müssen. Falls die Feigheit dieser Schurken sie zurückschrecken lässt – vor der exemplarischen, furchtbaren, ungeheuerlichen Bestrafung, die ich für sie vorbereitet habe, beschwöre ich euch alle, sie zu verraten, sie zu nennen, sie auszuliefern an meinen gerechten Zorn! … Nun! … Meine Herren, … ich warte! … Keiner sagt ein Wort?

(singt)
Die Zeit läuft, ihr Ratten, denkt gut nach,
ihr wisst, was euch blüht.
Ich werd‘ nie ermatten. Glaubt ihr das,
freut ihr euch verfrüht.
Ihr bleibt alle sitzen,
könnt noch lange schwitzen,
denn von euren Witzen
hab ich genug!

Wenn ich euch verhau‘,
einfach grün und blau,
das kühlt bestimmt meine Wut!
Und wenn ihr dann schreit
über euer Leid,
habt ihr’s verdient, Teufelsbrut!
Leider ist man Pädagoge
und muss sich darum oft zügeln,
doch euch immerzu zu verprügeln,
das geht mir nicht mehr aus dem Sinn.
Doch euch immerzu zu verprügeln,
das geht mir nicht mehr aus dem Sinn.
Das geht mir nicht mehr aus dem Sinn.

 Lumpengesindel
24. Ein neues Leben

EIN NEUES LEBEN

Charles
Ich bin am Ziel, hab‘ erreicht, was ich will:
Ein neues Leben, solang‘ wart‘ ich darauf,
hab‘ mich gesehnt nach einem Ort, ruhig und still.
Ein neues Leben, von hier da geht es nur bergauf.

Fairys Hall Kinder
Charles, der hat’s geschafft, ist frei und kann geh’n.
Er hat jetzt ein tolles Leben,
doch wir bleiben hier kleben.
Charles, du wirst uns fehl’n, mit deinen Ideen.
Wir woll’n gerne von dir lernen,
mit Lehrern besser umzugeh’n.

Old Nick + Boxear
Charles ist endlich weg,
das teuflische Kind.
Wir woll’n jetzt ein ruhiges Leben,
nie mehr an Stühlen kleben,
Feen und schwarzer Mann,
man glaubt, dass man spinnt.
Das wird noch ein wenig dauern,
bis wir genau wie früher sind.

Fairys Hall Kinder
Auch ohne Charles
wird es weitergeh’n.
Old Nick wird seh’n,
das, was wir versteh’n.

Wie Charles woll’n wir sein,
immer gut und mit sehr viel Mut,
denn er hat uns gezeigt, dass man gewinnt
wenn man nie aufgibt, immer hofft, immer lacht.

Charles + Betty
Der Weg ist frei, das Ziel ist nah.
Die Sonne lacht uns ins Gesicht.
Ein neuer Tag, so wunderbar.
Die Welt erstrahlt in neuem Licht.
Was gestern war, ist einerlei.
Die Zukunft ist noch unbestimmt.
Ich fühl‘ mich so wie einer,
der von jetzt an nur gewinnt.

Straßenkinder
Charles ist
wieder da, einTeufelskerl, ja das ist er.
Charles gibt niemals auf,
so schwer es ist, kennt er eine List.

Wie Charles woll’n wir sein,
immer gut und mit sehr viel Mut,
denn er hat uns gezeigt, dass man gewinnt,
wenn man nie aufgibt, immer hofft, immer lacht.

Kinder
Charles, der hat’s ge-
schafft, wa-
rum nicht auch wir?
Wir woll’n auch ein neues
Leben. Er
hat uns Mut gegeben.
Wenn man nicht versucht,
nicht jetzt und nicht hier,
kommt man niemals
von der Stelle.
Der Weg ist da,
wer kommt mit mir?
kommt man niemals
von der Stelle.
Der Weg ist da,
wer kommt mit mir?
Der Weg ist da,
wer kommt mit mir?

Charles + Betty
Der Weg ist frei,
das Ziel ist nah. Die
Sonne lacht uns ins Gesicht.
Ein neuer Tag,
so wunderbar. Die
Welt erstrahlt in neuem Licht.
Was gestern war,
ist einerlei.
Die Zukunft ist
noch unbestimmt.
Ich fühl‘ mich so
wie einer,
der von jetzt an
nur gewinnt.
Ich fühl‘ mich so wie einer,
der von jetzt an
nur gewinnt.
Von jetzt an nur gewinnt.

Old Nick + Boxear
Charles ist jetzt weg.
Was für ein Glück!
Wir können atmen, denn er ist weg.
Charles ist jetzt weg.
Das Teufelsstück,
sowas wie der macht uns verrückt.
Was für ’ne Qual
mit diesem Charles!
Sowas darf uns nicht
nochmal passier’n.
Eines ist klar,
noch einer wie der Charles,
der würd‘ uns glatt ruinier’n.
Eines ist klar,
noch einer wie der Charles,
der würd‘ uns glatt ruinier’n.
So’n Kerl‘,
der würd‘ uns glatt ruinier’n.

 Ein neues Leben
25. Nur mit dir (Neuer Mix 2016)

NUR MIT DIR

Juliette
Endlich bist du wieder raus
aus Old Nicks schlimmem Haus,
endlich wieder bei mir.
Ich hab‘ mich so oft gefragt,
was du wohl gerade machst,
hab‘ gewünscht, du wärst hier.
Hab gehofft, du bist gut nur für mich!
Warst du sehr traurig da war es sehr schwer für dich?

Charles
Traurig war ich wirklich nicht,
es gab sehr viel zu tun,
denn ich wollt‘ endlich raus.
Immer ’ne ganz neue List,
du weißt ja, wie das ist,
und kennst dich mit mir aus.
Jeden Tag hab ich an dich gedacht
und so oft lag ich wach in der sehr dunklen Nacht.

Charles
Ohne dich
alles war
Meine Welt
ohne dich.
Ich lass‘ dich
nie mehr geh’n.

Juliette
war es schwer,
einfach leer.
war so grau
ohne dich.
nicht mehr geh’n,
nie mehr geh’n.

Charles
Ich bin von jetzt nur noch brav
und nicht mehr so arg wild,
das verspreche ich dir.
Alles, was du von mir willst,
das versuch‘ ich zu tun,
du sollst froh sein mit mir.
Ich will gut sein für dich Tag für Tag
und ich will, dass du weißt, dass ich dich so sehr mag.

Juliette
Charles, ich will, dass du hier bleibst,
ich verlang nichts von dir,
ich mag dich, wie du bist.
Ein kleiner Teufel bist du
und ein guter dazu,
es ist halt, wie es ist.
Und ich weiß, dass du vieles erst lernst,
doch schon jetzt, lieber Charles, hab ich dich einfach gern.

Charles
Nur mit dir
so, wie sie
Und ich hab‘,
Nur mit dir.
Alles wird
endlich gut.
Nur mit dir
so, wie sie
Und ich hab‘,
Nur mit dir.
Alles wird
endlich gut.
Nur mit dir.

Charles
ist die Welt
mir gefällt.
was ich will.
Nur mit dir.
wieder gut,
endlich gut.
ist die Welt
mir gefällt.
was ich will.
Nur mit dir.
wieder gut,
endlich gut.
Nur mit dir.

 Nur mit dir
26. Mein Geld

MEIN GELD!

MacMiche
Alles, was sie sagen, ist nur Lug und Trug,
und von diesen Lügen hab‘ ich jetzt genug.
Ich bin eine brave, fromme Bürgerin.
Von Kindern stehlen, damit hab‘ ich nichts im Sinn!

Der Friedensrichter
Glauben Sie mir, gerne, glaub‘ ich Ihnen,
doch die Fakten sehen anders aus.
An Charles‘ Geld wollten Sie sich bedienen.
Sie haben fünfzigtausend,
wir haben die Beweise,
und besser geben Sie jetzt alles freiwillig heraus!

MacMiche
Das kann doch nicht sein, Beweise gibt es nicht!
Das schwöre ich bei Gott, zur Not auch vor Gericht!

Der Friedensrichter (spricht) Wenn Sie weiterhin leugnen, werde ich gezwungen sein, die Sache in die Hände des Staatsanwalts zu legen, und … eine Verurteilung … wäre eine Schande! Und .. die Kosten würden ihr eigenen Kapital anbrechen.

(singt)

MacMiche (wirft sich schreiend auf den Boden)
Nein das darf nicht sein, mein Geld, mein liebes Geld.
Es ist doch der letzte Freund, der für mich zählt.
Niemand darf es nehmen oder nur berühr’n.
Nur ich darf in ihm wühlen, jede Münze spür’n.

Der Friedensrichter
Was Ihnen gehört, nimmt keiner Ihnen.
Nur was Charles gehört, das wollen wir.
Mit dem Rest könn‘ Sie noch viel verdienen,
doch diese fünfzigtausend
mit Zins und Zinseszinsen,
die geben Sie jetzt besser ohne viel Gezeter mir.

MacMiche (vom Wahnsinn bereits ganz ergriffen)
Oh, mein Geld, mein Geld, mein Geld, mein armes Geld.
Es soll dich keiner finden, wenn man mich auch quält.

(sprechen)
Der Friedensrichter Herr Blackday, sind Sie so freundlich und sprechen Sie zu Madame, damit sie klar sehen kann in dieser Geschichte.

Blackday (macht einen Schritt nach vorn) Madame, ich habe Sie bereits heute Morgen darüber informiert, dass ich einen Brief von Charles bekommen habe. In diesem Brief hat mir dieser arme Junge seine elende Situation beschrieben, und er sprach über diese Summe, wovon er sagte, dass der Friedensrichter Kenntnis habe. Ich war berührt durch den Ruf dieses armen Waisenkindes, und ich bin hierher gekommen, um mit Ihnen darüber zu sprechen, und anschließend mit dem Friedensrichter. Sie haben alles geleugnet, der Friedensrichter hat mir alles erklärt und ein von Ihnen geschriebenes Schriftstück gezeigt. Die ganze Angelegenheit ist unanfechtbar. Sie haben bis heute sehr wahrscheinlich nichts über dieses Schriftstück gewusst. Es ist mein Aufgabe, Sie darüber aufzuklären: Dieses Schriftstück ist die von Ihnen unterzeichnete Quittung über die fünfzigtausend Pfund von Charles. Diese Quittung haben Sie Herrn MacLance‘ Vater übergeben, welcher diese in eine Brieftasche gesteckt hat und jemandem sicher anvertraut hat. Dieses Dokument existiert noch. Wir haben es gesehen, der Friedensrichter und ich. Darüber hinaus habe ich zurzeit des Todes von Herrn MacLance, der in Ihrem Haus gestorben ist, die Summe von fünfzigtausend Pfund von Ihnen erhalten, mit der Bitte, diese Summe auf Ihren Namen anzulegen. Wie werden Sie die Herkunft dieser Summe rechtfertigen?

(MacMiche, niedergeschmettert durch diese Sammlung von Beweisen, antwortet nicht. Sie sieht und hört nichts mehr, was um sie passiert. Sie fängt an, am ganzen Körper zu zittern.)

MacMiche (singt im Delirium)
Ich bin allein.
Ich fühl‘ mich schwach.
Mein armes Geld.
Die Feen, sie warten schon auf mich,
um mich wird Nacht,
kann nichts mehr seh’n.
Jetzt wird der schwarze Mann mich hol’n.

 Mein Geld
27. Die Liebe in dir

DIE LIEBE IN DIR

Charles
Ich seh‘ ein Licht, so hell und wunderbar,
das löscht kein Sturm je aus.
Ich seh‘ ein Licht in jedem Land, in jeder Stadt,
in jedem Haus.
Hell ist meine Welt,
voll Wärme jeder Tag,
nichts, was mir mehr fehlt,
so vieles, das ich mag.

Ich seh‘ diese Welt in neuem Licht.
Ich seh‘ Liebe in ihr.
Ich seh‘ jeden Tag mit Zuversicht.
Ich hab‘ die Hoffnung tief in mir.

 Die Liebe in dir
28. Final (Neuer Mix 2016)

FINAL

Juliette
Ich seh‘ ein Licht, so hell und wunderbar,
das löscht kein Sturm je aus.
Ich seh‘ ein Licht in jedem Land,
in jeder Stadt, in jedem Haus.

Juliette + Charles
Dunkel war die Welt, als ich alleine war,
mir hat viel gefehlt, jetzt bist du für mich da.

Charles
Du zeigst mir den Weg, den ich jetzt geh‘.
Lass mich nie mehr allein.

Juliette
Du zeigst mir das Licht, das ich nicht seh‘.
Ich will für immer bei dir sein.

Chor 1
Es gibt ein Licht in jeder Dunkelheit,
ein Feuer in der Nacht.
Die Welt ist so unendlich schön,
wenn sie am Morgen neu erwacht.

Chor 2
Vielen bleibt die Nacht voll Hunger, Leid, Gewalt.
Niemand, der dort lacht.
Es ist unendlich kalt.

Alle
Freund, zeig mir das Land, wo niemand weint.
Lass mich nie mehr allein.
Freund, zeig mir das Licht, den hellen Schein,
ich will für immer bei dir sein.

Chor 1
Freund, zeig mir das Land,
wo niemand weint.
Lass mich nie mehr allein.

Freund, zeig mir das Licht,
den hellen Schein,
ich will für immer bei dir sein.

Chor 2
Eine Welt,
nur eine Welt,
die am Leid zerbricht.

Eine Welt,
nur eine Welt,
stets auf der Suche nach dem Licht.

 Final

INHALT

Kurzfassung der Geschichte

1. AKT
Der 12 jährige Charles lebt in einer kleinen schottischen Stadt bei seiner Cousine Madame MacMiche. Das könnte schön sein, ist es aber nicht. Madame ist streng und geizig und sie misshandelt Charles. Als er zu spät nach Hause kommt, sperrt sie ihn wutentbrannt in einen Kabuff, in dem er die ganze Nacht verbringen müsste, wenn nicht die Haushälterin Betty auf seiner Seite stünde und ihn wieder herausließe. Gemeinsam mit ihr heckt er immer wieder neue Streiche aus, um sich an seiner bösartigen Cousine zu rächen. So inszenieren sie etwa einen Feenzauber, weil sie genau wissen, dass Madame eine Heidenangst vor Feen hat.

Gott sei Dank ist da noch die blinde Juliette, die sich um den Jungen kümmert. Sie ist etwas älter als Charles und er verehrt sie wegen ihrer Sanftmütigkeit. Für ihn ist sie der gutmütigste Mensch auf der Welt. Sie schafft es, das Gute in Charles zu wecken und ihn zu beruhigen, wenn er auszurasten droht. Doch Charles‘ Bemühungen, gut zu seiner Cousine MacMiche zu sein, fruchten nicht. Als er ihr seine Streiche gesteht und sich bei ihr entschuldigt, geht sie wie eine Furie auf ihn los und sperrt ihn in ein Zimmer ein.

Madame MacMiche legt sich auf der Straße mit dem Kutscher Donald an und schreit das halbe Dorf zusammen. Als Charles sie der Lüge überführt und somit die Unschuld des Kutschers beweist, ist das Maß voll. Zuhause prügelt sie ihn bis zur Besinnungslosigkeit.

Charles findet heraus, dass sein verstorbener Vater seiner Cousine MacMiche 50.000 Pfund für ihn anvertraut hat, die diese ihm vorenthält. Während er, Juliette und deren Schwester Marianne sich vorstellen, was sie alles mit dem Geld machen würden, sitzt Cousine MacMiche in ihrem Zimmer und zählt immer wieder ihr Geld. Sie beschließt, Charles in das gefürchtete Internat der Brüder Old Nick zu stecken: Fayry’s Hall. Als Betty das hört, kündigt sie und begleitet Charles in das schreckliche Schloss.

2. AKT
Die Kinder in Fairy’s Hall sind unglücklich. Sie werden von einem sadistischen Aufseher misshandelt, mit dem sich Charles direkt am Anfang anlegt. Charles, der unbedingt aus dem Schreckensschloss heraus will, heckt alle möglichen Streiche aus, bei denen der Direktor des Hauses, Old Nick, es mit der Angst zu tun bekommt. Daraufhin setzt er alles daran, den Schuldigen zu bekommen. Durch einen Trick gelingt es Charles, das Internat zu verlassen, ohne dass ihm auch nur ein Haar gekrümmt wird. Auch die Schüler des Internates haben gelernt, dass es nicht so weiter gehen kann. Sie werden sich zur Wehr setzen, sollte Old Nick es noch einmal wagen, an einen von ihnen Hand zu legen.

3. AKT
Charles wird jetzt bei Juliette und Marianne leben, doch vorher gilt es, die Sache mit Charles‘ gestohlenem Erbe zu klären. Cousine MacMiche fleht ihn an, doch Erbarmen zu haben. Sie hätte doch nichts, sie hätte ihn immer gut behandelt. Doch als der Friedensrichter mit dem Staatsanwalt kommt und den Beweis für das Erbe vorlegt, wird sie wahnsinnig. Charles hat Mitleid mit ihr, alle Rachegedanken sind verflogen, er ist es, der ihr die letzten Stunden so angenehm wie möglich macht. Als sie stirbt, hat er ihr verziehen, hat Juliette ihn doch gelehrt, worauf es im Leben wirklich ankommt: Herzenswärme und Güte.

PRESSEBERICHTE

Aus den Krefelder Tageszeitungen

Plakate der Musicalproduktionen
der Musikschule der Stadt Krefeld

Westdeutsche Zeitung Krefeld, 13. Dezember 1995

Dudelsack und Streiche
Es war ein großer Erfolg

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Westdeutsche Zeitung Krefeld, 20. Februar 2006

Herzenswärme und Güte sind wichtiger als Rachegelüste

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Rheinische Post Krefeld, 20. Februar 2006

Böse Streiche des kleinen Teufels

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WEITERE INFORMATIONEN

Das Ansichtsmaterial finden Sie hier: ANSICHTSMATERIAL

Die Kosten für die Aufführungsrechte und für das Aufführungsmaterial erfahren Sie hier: AUFFÜHRUNGSRECHTE & AUFFÜHRUNGSMATERIAL

Die Vorgehensweise für Bestellungen wird hier erläutert: BESTELLUNGEN