© 1995
Musical nach Comtesse de Ségurs Kinderbuch "Un bon petit diable"
Bearbeitung, Übersetzung Buch & Musik: Phan Trat Quan
Gesangstexte: Tom Heilandt
Aufführungsdauer: 120 Minuten
Altersgruppe: Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene
Anzahl der Musiknummer: 28 ( 1- bis 3-stimmig)
Ouverture, 3 Akte, Epilog
16 Szenen
8 Bühnenbilder
12 Hauptrollen
Gruppen: Straßenkinder, Schüler, Straßenleute
Orchesterbesetzung:
Flöte, Oboe, Bb Klarinette/ Bb Bassklarinette, Fagott, 2 F Hörner, Alt-Saxophon, 2 Bb Trompeten, Posaune, Klavier, 2 Keyboards, Akkordeon, 2 Gitarren (Konzert-, Western-, E-), Percussion 1 (Pauken, Vibraphon, Xylophon, Tamburin, Cowbell), Percussion 2 (Xylophon, Marimbaphon, Tamburin), Drumset, Violinen 1 und 2, Viola, Violoncelli 1 und 2, Kontrabass, E-Bass.
Uraufgeführt am 9. Dezember 1995
Das Jugend- und Kindermusical „Petit Diable“ („kleiner Teufel“) ist ein anspruchsvolles Theaterstück über Kindheit und Erziehung im England des 18. Jahrhunderts, über freche Streiche im Internat und nicht zuletzt über die Liebe, die alle Hindernisse überwindet.
Die Romanvorlage „Un bon petit diable“ von der Comtesse de Ségur ist für die Franzosen das, was für die Briten „Oliver Twist“ von Charles Dickens ist – jeder kennt die schicksalsreiche Geschichte um den Waisenjungen Charles.
Dramatische Szenen, Momente himmelschreiender Ungerechtigkeit, rührende Situationen voller Glück und Hoffnung wechseln sich mit urkomischen Szenen voller Humor ab.
Viele starke Hauptrollen bieten den Darstellern die Möglichkeit zum intensiven Charakter-Spiel, mit vielen Ensemble-Szenen eignet sich „Petit Diable“ sehr gut für große Truppen.
1. AKT
Der 12 jährige Charles lebt in einer kleinen schottischen Stadt bei seiner Cousine Madame MacMiche. Das könnte schön sein, ist es aber nicht. Madame ist streng und geizig und sie misshandelt Charles. Als er zu spät nach Hause kommt, sperrt sie ihn wutentbrannt in ein Kabuff, in dem er die ganze Nacht verbringen müsste, wenn nicht die Haushälterin Betty auf seiner Seite stünde und ihn wieder herausließe. Gemeinsam mit ihr heckt er immer wieder neue Streiche aus, um sich an seiner bösartigen Cousine zu rächen. So inszenieren sie etwa einen Feenzauber, weil sie genau wissen, dass Madame eine Heidenangst vor Feen hat.
Gott sei Dank ist da noch die blinde Juliette, die sich um den Jungen kümmert. Sie ist etwas älter als Charles und er verehrt sie wegen ihrer Sanftmütigkeit. Für ihn ist sie der gutmütigste Mensch auf der Welt. Sie schafft es, das Gute in Charles zu wecken und ihn zu beruhigen, wenn er auszurasten droht. Doch Charles’ Bemühungen, gut zu seiner Cousine MacMiche zu sein, fruchten nichts. Als er ihr seine Streiche gesteht und sich bei ihr entschuldigt, geht sie wie eine Furie auf ihn los und sperrt ihn in ein Zimmer ein.
Madame MacMiche legt sich auf der Straße mit dem Kutscher Donald an und schreit das halbe Dorf zusammen. Als Charles sie der Lüge überführt und somit die Unschuld des Kutschers beweist, ist das Maß voll. Zuhause prügelt sie ihn bis zur Besinnungslosigkeit.
Charles findet heraus, dass sein verstorbener Vater seiner Cousine MacMiche 50.000 Pfund für Charles anvertraut hat, die diese ihm vorenthält. Während er, Juliette und deren Schwester Marianne sich vorstellen, was sie alles mit dem Geld machen würden, sitzt Cousine MacMiche in ihrem Zimmer und zählt immer wieder ihr Geld. Sie beschließt, Charles in das gefürchtete Internat der Brüder Old Nick zu stecken: Fayry’s Hall. Als Betty das hört, kündigt sie und begleitet Charles in das schreckliche Schloss.
2. AKT
Die Kinder in Fairy’s Hall sind unglücklich. Sie werden von einem sadistischen Aufseher misshandelt, mit dem sich Charles direkt am Anfang anlegt. Charles, der unbedingt aus dem Schreckensschloss heraus will, heckt alle möglichen Streiche aus, bei denen der Direktor des Hauses, Old Nick, es mit der Angst zu tun bekommt. Daraufhin setzt er alles daran, den Schuldigen zu bekommen. Durch einen Trick gelingt es Charles, das Internat zu verlassen, ohne dass ihm auch nur ein Haar gekrümmt wird. Auch die Schüler des Internates haben gelernt, dass es nicht so weiter gehen kann. Sie werden sich zur Wehr setzen, sollte Old Nick es noch einmal wagen, Hand an einen von ihnen zu legen.
3. AKT
Charles wird jetzt bei Juliette und Marianne leben, doch vorher gilt es, die Sache mit Charles’ gestohlenem Erbe zu klären. Cousine MacMiche fleht ihn an, doch Erbarmen zu haben. Sie hätte doch nichts, sie hätte ihn immer gut behandelt. Doch als der Friedensrichter mit dem Staatsanwalt kommt und den Beweis für das Erbe vorlegt, wird sie wahnsinnig. Charles hat Mitleid mit ihr, alle Rachegedanken sind verflogen, er ist es, der ihr die letzten Stunden so angenehm wie möglich macht. Als sie stirbt, hat er ihr verziehen, hat Juliette ihn doch gelehrt, worauf es im Leben wirklich ankommt: Herzenswärme und Güte.
PLAYLIST