© 1992
Musical für Kinder nach Rudyard Kipling
Bühnenfassung und Musik: Phan Trat Quan
Liedtexte: Hingstmartin, Phan Trat Quan, Tom Heilandt
6 Geschichten, die auch einzeln gespielt werden können:
Der erste Brief (25 Minuten)
Die Tabu-Geschichte (25 Minuten)
Die Katze die eigene Wege ging (25 Minuten)
Der Anfang der Gürteltiere (15 Minuten)
Wie das Nashorn seine Haut kriegte (Pantomime) (10 Minuten)
Der Schmetterling der stampfte (25 Minuten)
Aufführungsdauer: (siehe oben)
Altersgruppe: 7 bis 14 Jahren
Anzahl der Musiknummern: 24 (1- bis 2-stimmig)
6 Geschichten / 29 Szenen
7 Bühnenbilder
22 Hauptrollen
Gruppen: Steinzeit-Indianerstamm, Tiere, Katzenchor, beliebig viele Königinnen usw.
Orchesterbesetzung:
2 Flöten, 2 Oboen, 3 Klarinetten, 1 Fagott, 1 Horn , 3 Trompeten, 2 Posaunen, 1 Tuba,
4 Keyboards, 1 Gitarre, 1 Drumset, 3 Percussion, Violinen 1 & 2, Violoncelli, E-Bass.
Uraufgeführt am 06. März 1993 in Krefeld
Das Kindermusical „Genau so Geschichten“ ist ein abwechslungsreiches Theaterstück in XX Episoden nach den „Just so Stories for little children“ von Rudyard Kipling („Das Dschungelbuch“).
Warum hat das Nashorn so runzelige Haut? Wann wurde der erste Brief geschrieben? Und wieso sind Katzen solchen Einzelgänger? Auf all diese Fragen (und noch viel mehr) gibt der Autor des Dschungelbuchs Antwort. Kiplings Geschichten sind wunderbare Wie-warum-woher-Geschichten, denen eine kindliche Naivität und eine unbefangene Neugier anhaftet, ohne niedlich oder kindisch zu sein.
Die musikalische Bühnenfassung der Geschichten von “Genau so Geschichten” unterstreicht deren Einzigartigkeit, betont deren Witz, akzentuiert die pittoresken Formulierungen und Wortspiele, verleiht der Weisheit, die aus den Geschichten hervorgeht, einen Hauch Zärtlichkeit und gibt ihnen den für die Bühne nötige kraftvollen Ausdruck.
Die Aufteilung des Musicals in sechs einzelne Geschichten bietet nicht nur einem großen Ensemble viele Hauptrollen, sondern auch die Möglichkeit, nur einzelne Episoden aufzuführen.
DER ERSTE BRIEF
Taffy, ein kleines Mädchen vom Tegumai-Stamm (es sind Steinzeit Indianer),
ist sehr besorgt als am Wagaifluss ihr Papi Tegumai seinen Speer beim Fischen zerbricht.
Eine wunderbare Idee bekommt sie, als ein zufällig vorbei kommender
Fremdling sich mit ihr zu verständigen versucht. Sie kritzelt auf ein
Holzrindenstück ein paar Bilder und schickt den Fremdling mit dem – einfach so – entstandenen
"Brief" zu dem Dorf des Tegumai Stammes.
Auf diese Weise möchte sie ihre Mama bitten dem Fremdling einen anderen Speer zu geben,
damit er ihn dann bringt. Im Dorf angekommen, versteht Teshumai (Taffys Mama) den "Brief"
völlig verkehrt und glaubt, dass ihr Mann und ihre Tochter von bösen Leuten überfallen wurden.
Nach einem Kriegstanz geht der ganze Stamm zum Fluss, um Tegumai und Taffy zu retten.
Erst als alle am Fluss angekommen sind, klärt sich das Missverständnis auf.
Alle lachen herzlich und der Häuptling beglückwünscht Taffy zu ihrer "Erfindung".
DIE TABU-GESCHICHTE
Auf der Jagd im Wald ärgert sich Tegumai sehr über Taffy, weil sie nichts aber
auch gar nichts beachtet und die Tiere aus Versehen erschreckt.
Als sie ins Dorf zurück kommen ist der ganze Stamm versammelt, um in einer Art Zaubertanz,
das großes Stammes-Tabu auf den Wagaifluss zu legen, weil zu viele Fische gefischt worden sind.
Der Häuptling erklärt Taffy, die nicht recht weiß, was Tabu eigentlich bedeutet,
dass ein Tabu irgendetwas ist, was man beachten muss.
Er gibt ihr sogar eine Tabu-Kette. Auch Tegumai erklärt ihr was Tabu bedeutet.
Vor allem Zeichen-Tabus, wie das Stille-Tabu, bei dem man unbedingt still halten muss,
wenn ein Zeichen gegeben wird. Als sie dann mit ihrem Vater noch mal zur Jagd geht,
beachtet sie ganz genau das Stille-Tabu und so passiert es, dass beide eine richtig große Beute
fangen können und dass Taffy sogar von ihrem Vater gerettet wird, weil sie im richtigen Augenblick
das Stille-Tabu beachtet.
Später im Dorf wird Taffy noch mal gefeiert, weil sie ein großes Mädchen geworden ist
und weil sie Tabus sogar besser beachten kann als Erwachsene.
DIE KATZE DIE EIGENE WEGE GING
Kaum hat die Frau ihre Steinzeit-Höhle etwas gemütlich gemacht, schon werden der Hund,
das Pferd und die Kuh angelockt. Die schlaue Frau hat leichtes Spiel die Tiere zu zähmen.
Einzig die Katze ist nicht bereit ihre Freiheit zu verlieren, nur um jeden Tag Milch zu bekommen.
Trotzdem schließt die Katze einen Handel mit der Frau: "Sagst du jemals drei Lobende Worte über mich,
dann darf ich immer wenn ich will in die Höhle kommen, am Feuer sitzen und die warme Milch trinken".
Tatsächlich bringt die Katze die Frau dazu drei lobende Worte über sie zu sagen.
Allerdings als der Mann mit dem Hund zurück kommt, zeigt sich die Katze weiterhin so stolz und
eigensinnig, dass der Mann und der Hund ihr drohen, sie für immer und ewig zu jagen.
Und so kommt es dass seit immer und ewig die Männer ihre Schuhe nach der Katze werfen
und die Hunde die Katzen auf die Bäume jagen.
DER ANFANG DER GÜRTELTIERE
Der Igel Stichelpieks und die Schildkröte Langsamhart sind sehr gute Freunde
und würden fröhlich weiter am Ufer des Amazonas (ein riesengroßer Fluss in Süd Amerika) leben,
wäre da nicht "Bunter Jaguar", ein etwas dummes Jaguarbaby das nichts anderes im Sinn hat
als dem Rat seiner Mutter zu folgen, nämlich den Igel ins Wasser zu werfen und die Schildkröte auszulöffeln!
Allerdings hat "Bunter Jaguar" ein kleines Problem.
Er kann den Igel nicht von der Schildkröte unterscheiden.
So kommt es, dass die Beiden den Jaguar völlig durcheinander bringen und auf diese Weise ihm
entkommen können. Weinend geht "Bunter Jaguar" zu seiner Mutter zurück,
die ihm diesmal zum großen Leid der beiden Freunde genauestens erklärt,
wie er den Igel und die Schildkröte erkennen kann.
Daraufhin versucht der Igel zu schwimmen und die Schildkröte versucht sich zusammen zu rollen.
Nach vielem Üben schaffen sie es, sich so zu verwandeln, dass beide nicht mehr
wie vorher aussehen, sondern wie eine Mischung aus Igel und Schildkröte, eben wie Gürteltiere.
Beim nächsten Treffen ist "Bunter Jaguar" noch mehr verwirrt, und seine Mutter rät ihm,
diese neu entstandenen Tiere, die weder Igel noch Kröte sind, lieber in Ruhe zu lassen.
WIE DAS NASHORN SEINE HAUT KRIEGTE (Pantomime)
In der Wüste lebte ein friedlicher Parse, der gern Kuchen backte und ebenso gerne aß.
Als eines Tages das Nashorn ohne Manieren und damals mit einer ganz glatten Haut,
den Ofen und den Kuchen des Parsen umkippte, schwörte der Parse Rache.
Es wurde sehr heiß, so heiß, dass alle Tiere nur noch kriechen konnten und dass der Parse
vor lauter Durst den Schweiß von seiner Stirn trank.
Das Nashorn wollte im Meer baden. Es legte seine glatte Haut auf den Sand bevor es ins Wasser ging.
Der Parse, der zufällig vorbei kam, stolperte über die Haut und sah endlich die Chance für seine Rache.
Er holte seine Krümel- und Juckpulverkiste und füllte die Haut damit voll.
Er versteckte sich auf einer Palme und wartete, sich die Hände reibend.
Das ahnungslose Nashorn kam fröhlich zurück vom Baden und zog seine Haut wieder an.
Leider merkte es zu spät, dass ihn irgendwas juckte und kitzelte und er fing an sich fürchterlich
zu kratzen unter dem schadenfrohen Lachen aller Tiere.
Er musste sich so kratzen und kratzen, dass seine Haut runzelig und runzeliger wurde und kein Bügeleisen
konnte es wieder glatt bügeln.
DER SCHMETTERLING DER STAMPFTE
Der sehr mächtige König Suleiman Bin Daoud ist sehr bekümmert als wieder einmal
seine neunhundertneunundneunzig Frauen ihn durch ihre ewige Zankerei ärgern.
als weiser König scheut er sich aber Macht auszuüben, bloß weil die Königinnen ihm Kummer bereiten.
eines Tages ist Balkis, die allerliebste aller Königinnen und die einzige die nicht zankt,
Zeugin, wie der König einem Schmetterlingsmann helfen will.
Dieser hat Kummer mit seiner zankigen Frau und er droht ihr, durch Stampfen mit dem Fuß,
den Palast verschwinden zu lassen, wenn sie weiterhin so zankig bleibt.
Die kluge Balkis schafft es, dass der König – amüsiert über die Prahlerei des Schmetterlingsmanns
- seine Macht ausübt, um die Schmetterlingsfrau zu erschrecken.
Der König lässt mit der Hilfe mächtiger Dschinns für den Schmetterlingsmann den Palast verschwinden.
Die Lektion trägt ihre Früchte.
Die Schmetterlingsfrau bekommt Angst und verspricht wieder ganz lieb zu sein.
Aber – und genau das hatte Balkis beabsichtigt – bekamen zur selben Zeit,
auch alle Königinnen Angst. Als Balkis den Königinnen erklärt, dass der König
dies getan hat, weil eine Schmetterlingsfrau ihren Mann geärgert hat, bekommen
alle Königinnen noch mehr Angst bei der bloßen Vorstellung von dem, was er
dann wohl tun würde, wenn sie ihn weiterhin so ärgern. Allerdings wie lange
diese Lektion ihre Früchte trägt, das sagt die Geschichte nicht! Oder doch?
PLAYLISTE