CANTICO NOVO besingt eine Utopie,
den Wunsch nach einer menschlichen Welt

Cantico Novo © 2003
Musical für Jugendliche nach dem Buch von Raoul Vaneigem:
„Déclaration des droits de l’être humain“

Buch & Musik: Phan Trat Quan
Liedtexte: Tom Heilandt & Phan Trat Quan

Aufführungsdauer: 140 Minuten
Ausführende: Jugendliche & Erwachsene
Anzahl der Musiknummer: 19 ( 1- bis 4-stimmig)
18 Szenen
Viele Rollen – Das gesamte Ensemble ist fast ständig auf die Bühne

Uraufgeführt am 24. Januar 2004 in der Musikschule der Stadt Krefeld

ZUM STÜCK

Situationen aus dem Leben, Episoden aus dem Leben, in dem immer wieder Begegnungen mit menschlich formulierten Menschenrechten stattfinden.
Sie tauchen aus dem Fast-Nichts auf, als Parolen auf einer Wand, als heimlich verteiltes Flugblatt in einer Manteltasche oder auf der Strasse.
Sie zwingen die Personen nachzudenken, einen anderen Blickwinkel zu finden.
Überraschend, verrückt, düster, unbeschwert, lebenslustig, hoffnungsvoll ... vor allem hoffnungsvoll und nach vorn gerichtet ist der Gesang von CANTICO NOVO.

MUSIK & LIEDTEXTE

Text, Player, Download, Video

1. Fali


Instrumental

 Fali
2. Die gute Macht

DIE GUTE MACHT

Verkünder
America,
vierter Juli 1776.
Unabhängigkeitserklärung
der Vereinigten Staaten von Amerika:
„Alle Menschen werden gleich geboren.
Sie sind von dem Schöpfer ausgestattet mit unerschütterlichen Rechten.
Unter diesen Rechten befinden sich das Recht
auf Leben, auf Freiheit
und das Recht auf die Suche nach dem Glück.
Die Regierungen werden von den Menschen eingesetzt,
um diese Rechte zu garantieren.
Die Regierungen erhalten ihre berechtigte Macht
aus dem Einverständnis der Regierten.
Jedes Mal, wo eine Regierungsform dieses Ziel vernichtet,
hat das Volk das Recht, sie zu ändern oder sie abzuschaffen.
Und das Volk hat das Recht, eine neue Regierung einzusetzen,
basierend auf Prinzipien und gestaltet mit Formen,
die ihm am geeignetesten erscheinen,
um ihm Sicherheit und Glück zu geben.

Indianer
Stolz war’n wir und uns’re Völker stark.
Wild und weit war unser Land.
Wo es war, steht ein Vergnügungspark
aufgebaut auf Blut im Sand.
Ausgelöscht der alten Weisheit Macht,
Dunkelheit in unsrer Seele Nacht.

Amerikaner
Ihr
seid nicht weiß.
Ihr seid rot
und im Weg.
Ihr seid wild,
seid nicht Mensch.

Indianer
Ihr kamt an, wir waren nicht mehr frei.
Voller Leid ist eure Spur,
denn das Fleisch, das tötet ihr mit Blei
und den Geist mit Whisky pur.
Wer euch stört, wird von euch massakriert.
Unser Volk, ihr habt es ausradiert.

Amerikaner
Wir sind die gute Macht auf dieser Erde,
dulden keinerlei Beschwerde,
denn wir wissen, wir sind auserwählt.
Sind uns’re Freunde auch mal Terroristen,
Folterknechte und Faschisten,
ganz egal, wenn es uns passt!

Amerikaner
Ihr,
ihr seid so schwarz,
nicht kultiviert,
nicht Mensch wie wir.
Ihr seid wie Vieh,
das man benutzt.

.
Wir sind die gute Macht auf dieser Erde,
dulden keinerlei Beschwerde,
denn wir wissen, wir sind auserwählt.
Sind uns’re Freunde auch mal Terroristen,
Folterknechte und Faschisten,
ganz egal, wenn es uns passt!

Schwarze
Ihr habt uns aus unserm Land verschleppt.
Schwarze Haut ist ohne Recht.
Tausende sind auf dem Schiff verreckt,
Lebenden erging es schlecht.
Peitschenhieb hieß uns’rer Arbeit Lohn,
ausgenutzt, beschenkt mit Spott und Hohn.

Schwarze + Indianer
Erst habt ihr das
Land erobert
und uns ausradiert.
Dann habt ihr
erbarmungslos von
Sklaven profitiert.

Andere Verkünder Paris, 26. August 1789, die Französische Revolution hat endlich die verhassten Privilegien der so genannten Aristokraten besiegt, abgeschafft und:
„Die Menschen werden frei und gleich geboren in ihren Rechten.“
Eine Frau, Olympe de Gouges, steht auf:
Olympe Ich, Olympe de Gouges, proklamiere: Die Frau wird frei geboren und hat die gleichen Rechte wie der Mann!

Erzähler Antwort auf diese Aussage:

Ein Politiker (nimmt sie mit Honigmiene freundlich, aber bestimmt beiseite) Ja, ja, ja, ja.
(übergibt sie dem Henker)

Erzähler Am dritten November 1793 wurde Olympe de Gouges (schließt erschrocken die Augen, der Henker köpft Olympe) geköpft.

Amerikaner
Wir sind die gute Macht auf dieser Erde,
dulden keinerlei Beschwerde,
denn wir wissen, wir sind auserwählt.
Sind uns’re Freunde auch mal Terroristen,
Folterknechte und Faschisten,
ganz egal, wenn es uns passt!

Wer von euch Mensch ist,
das definieren wir.

Schwarze + Indianer
Wir sind Menschen,
wir sind Menschen,
rot und schwarz und Frau.
Wir sind Menschen,
haben Rechte,
das wisst ihr genau.

Auch wir sind Menschen,
warum wollt ihr das nicht?

 Die gute Macht
3. Ich wollte kein Popstar sein

ICH WOLLTE KEIN POPSTAR SEIN

Jeanne d’Arc
Hab’ das alles wirklich nicht gewollt.
Wollt’ keine Heldin sein.
Das, was ihr saht, war doch nur Show.

Ich ging mit off’nen Augen träumend in den Untergang,
war Spielzeug, Werkzeug, Waffe anderer mein Leben lang.
Sagte nichts, fragte nichts.

Ich hatte viele Träume, keiner wurde Wirklichkeit.
Von leben, lieben, lachen, Wärme und Geborgenheit.
Doch ich fand nichts davon, nicht mal mich.
Niemand kennt mich, doch jeder kennt Jeanne d’Arc.
Was ich wollte, hat man mich nie gefragt.

Ihr habt mich nur ausgenutzt.
So lang, wie ich wertvoll war,
war ich ein Star, ein Star.
Ihr habt mich mit Ruhm gelockt,
ich war doch so jung und glaubte jedes Wort.

Ich wollte kein Popstar sein,
geliebt für die Show,
doch nur für kurze Zeit und das war’s.
Wann sucht ihr euch frisches Blut,
ein Opfer wie mich, das ihr vermarkten könnt.

“Bonjour wie geht’s Jeanne d’Arc?
Du bist bezaubernd heut‘ Nacht.
Dein neuer Look hält die Massen im Bann,
gibt dir göttliche Macht.”

Na klar hab’ ich mitgespielt.
Ihr ließ’t mir doch keine Chance
in eurem Spiel, eurem Plan.
Denn alles war festgelegt.
Vom Anfang zum Untergang
war ich verdammt.

“Bye bye, mach’s gut Jeanne d’Arc.
Die Zeit ist um, du musst geh’n.
Ein früher Tod hebt den Ruhm ungemein,
das musst du doch verstehn.”

Warum hab ich keine Wahl?
Warum wird für mich die Zukunft vorbestimmt
von euch?
Warum bin ich ohne Recht?
Warum darf ich nicht mein Schicksal selber bau’n?

Ich wollte kein Popstar sein,
geliebt für die Show,
doch nur für kurze Zeit und das war’s.
Jetzt sucht ihr euch frisches Blut.
Ein Opfer wie mich,
das ihr vermarkten könnt,
das ihr verbrauchen könnt,
das ihr verbrennen könnt!

 Ich wollte kein Popstar sein
4. Wir fangen an

WIR FANGEN AN

Wir legen einfach los ganz ohne Plan.
Wir machen einfach was, wir fangen an,
befreien uns von dem, was uns noch hält.
Wir resignieren nicht und machen

nie Kompromisse, die sind faul!
Willst du was tun, reiß‘ auf dein Maul!
Sag‘, was du denkst, was Sache ist!
Sonst endest du als Kompromiss.

Mit Druck und Feuer reden wir.
Wir lassen uns nie mehr zensier’n.

Wir wollen sagen, was nicht stimmt.
Euch zu gefallen ist nicht der Sinn.
Worte, die müssen einfach raus,

sonst halten wir es hier nicht aus.
Kein Kompromiss mehr, nein, kein Kompromiss,
Der bringt nicht weiter, es bleibt, wie es ist.

Wir fangen an zu gehen,
und wir hören, was wir fühlen,
wir sind still, wir erträumen uns’re Welt.

Wir gehen auf die Suche,
und wir spielen, was wir fühlen,
wir sind laut, wir erzählen uns’re Welt.

Ihr denkt bestimmt: „Die sind doch nicht normal!“
Ihr kennt nicht mehr das Wort „Ideal“,
und Utopien gibt es nur im Film.
Ihr macht uns krank mit eurem Schweigen.

Wir sind verrückt und renitent,
weil da in uns noch etwas brennt,
weil da in uns noch etwas bebt,
weil da in uns noch etwas lebt.

Die Kraft in uns gibt niemals auf.
Wir haben sie noch nicht verkauft.

Wir müssen alles selber tun.
Gegen Versprechen sind wir immun.
Wenn’s keinen gibt, der uns versteht!
Wer zeigt uns dann, wohin es geht?

Wir wollen wählen, und das jeden Tag.
Keiner von euch hat uns jemals gefragt.

Wir brauchen keine Führer,
keine falschen Demokraten,
keine Macht, denn wer Macht hat, nutzt sie aus.

Wir suchen neue Wege,
Utopien, Illusionen.
Geh’n voran, geh’n zurück und starten neu.

Komm‘ in meine Arme,
wenn der Weg für dich zu schwer ist,
ich bin da und ich helfe dir dabei.

Zusammen geht es weiter,
lasst uns jede Stimme hören,
auf dem Weg durch das Dunkel dieser Welt.

 Wir fangen an
5. Menschenglück

MENSCHENGLÜCK

Sprecher
Stellt euch einmal vor, Männer und Frauen, die sich lieben, die sich respektieren und die fröhlich sind.
Sie sind fröhlich, weil sie es lieben … sich anzuschauen.
Weil sie es sehr lieben, … sich zu berühren, sich anzufühlen.
Und sie lieben es, die Schönheit der Welt anzuschauen.
Sie schauen sehr viel.
Sie atmen die Luft mit voller Lunge,
werfen ihre Augen in den Himmel, der blau, violett, dunkel oder hell ist.
Und sie spüren den Regen mit ihrem Körper.
Sie spüren das Wasser des Flusses, der Seen, des Meeres auf ihrem Körper.
Die Frische des Wassers auf der Haut, wenn man langsam eintaucht im Wasser.
Oder unter dem Regen, unter einem Wasserfall.

 Menschenglück
6. Der Zähler

DER ZÄHLER

Erzähler Der Mann kommt aus der Dusche. Er schaut den Zähler an.

Chor
Er sieht schlecht aus.

Erzähler Es ist sechs Uhr morgens. Er ist erschöpft und hat schlecht geschlafen.

Chor
Selbst die Dusche macht ihn nicht mehr munter.
Der Zähler zählt und das macht ihn wütend,

Erzähler Er nimmt die Rechnung in die Hand. Er liest sie,

Chor
so wütend.

Erzähler stellt sie in einen Korb, der bereits Hunderte Rechnungen enthält und er sagt:

Mann
Warum muss man denn alles zählen?
Warum ist nichts mehr frei auf der Welt?
Wie weit wollt ihr mich damit quälen?
Wird bald noch jeder Atemzug gezählt?
Wo hört das auf?
Es muss jetzt Schluss sein!

Alle
Ich bin nicht einverstanden, dass mein Leben ausgezählt wird.
Ich bin nicht einverstanden, dass ihr das für mich entscheidet.
Ich will nicht zahlen für die Dinge, die ich wirklich brauche.
Zähl‘ nur ein Weilchen Zähler, deine letzte Stunde zählst du jetzt,
die zählst du jetzt!

Erzähler Der Mann hält ein und hebt den Kopf hoch.

Chor
Er ist wütend

Erzähler Er ballt die Fäuste, fest entschlossen.

Chor
Ballt die Fäuste und zerschlägt den Zähler.
Der Zähler schweigt und das macht ihn glücklich,

Erzähler Seine Augen glänzen,

Chor
so glücklich.

Erzähler und er sagt:

Mann
Von heute an wird alles anders.
Ich spiele dieses Spiel nicht mehr mit.
Ich lasse nicht die Macht den ander’n.
Bei allem, was mich angeht, red‘ ich mit.
Da red‘ ich mit!
Da rede ich mit!

Alle
Ich bin nicht einverstanden, dass mein Leben ausgezählt wird.
Ich bin nicht einverstanden, dass ihr das für mich entscheidet.
Ich will nicht zahlen für die Dinge, die ich wirklich brauche.
Ich such‘ mir neue Wege, denn es muss doch alles anders geh’n.
Muss anders geh’n,
ganz anders geh’n.

 Der Zähler
7. Der Ort

DER ORT

Der Mann
Ich kann den Ort seh’n,
wo niemand zahlt,
wo alles frei verteilt wird.
Ich kann den Ort seh’n,
wo niemand zählt,
wie viel man gibt und nimmt.
Jeder macht mit und vertraut den andern.
Alle teilen.

Du bringst Getreide, ich bringe Milch.
Es gibt genug für alle.
Nichts wird berechnet, nichts wird geplant,
denn jeder weiß genau:
„Was kann ich tun und was fehlt?“

Chor
Eine andere Welt,
Selber gewählt.
Glaub‘ mir, das könnte wirklich funktionier’n,
wenn wir alle es woll’n, wenn es alle tun.
Wer hält uns auf?

Der Mann
Du bringst Gedichte, ich bring das Brot,
denn wir sind beide hungrig.
Morgen vielleicht schon bringst du das Brot,
und ich sing dir mein Lied.
Niemand bestimmt, was du tust.

Chor
Eine einfache Welt.
Selber gewollt.
Jeder ist wichtig, nichts ist festgelegt.
Jeder tut, was er kann, strengt sich gerne an.
Für sich, für uns.

Eine freundliche Welt,
selber gebaut,
ohne dass überall ein Zähler steht,
wo der Reichtum sich nicht von der Armut nährt.
Die Welt, die gibt und liebt.

 Der Ort
8. Gute Geschäfte

GUTE GESCHÄFTE

Der naiver Gesetzesbrecher
Ich hab’ kapiert, wie das System funktioniert.
Nehm‘, was ich kann, wenn auch ein and’rer verliert.

Chor
Ist mein Recht, denn ich mach’ doch nur Geschäfte.
Nicht legal? Ganz egal, es sind Geschäfte.
Der naiver Gesetzesbrecher
Ich seh nicht ein, dass immer ihr profitiert.
Ihr habt die Macht, seid dazu privilegiert.

Chor
Darum lasst mir die winzigen Geschäfte.
Sind nicht schlimm, meine winzigen Geschäfte.

Der naiver Gesetzesbrecher
Ich mix‘ eine braune Paste
aus Öl und Lehm.
Tu‘ noch etwas Rosenduft hinein.
Biet’ sie an in Altenheimen als Wundercreme.
Klinisch untersucht, natürlich rein.
Ich mach‘ Gewinn und das gibt mir neuen Mut.
Braun im Gesicht, die Alten riechen mal gut.

Chor
Sagt doch selbst, ist das nicht ’ne tolle Masche?
Zieht den Alten die Knete aus der Tasche.

Der naiver Gesetzesbrecher
Dieses Prinzip lässt sich perfekt variier’n.
Einer gewinnt, die Dummen müssen verlier’n.

Chor
Hab‘ noch viele Ideen für Geschäfte.
Fast legale Ideen für Geschäfte.

Der naiver Gesetzesbrecher
Kleine Dinger waren mir dann nicht mehr genug.
Ich schloss mich ’ner großen Bande an.
Unser Boss, der trug ’nen Anzug, war superklug.
Doch dann kam der Tag, da war ich dran.
Man hatte uns verpfiffen.
Hundert Bullen griffen mich,
und ich saß fest.

Da stand‘ ich nun vor Gericht.
Schuldig fühlte ich mich nicht.
Hatte doch nur einen Job gemacht
für den ehrenhaften Boss.

Hier im Knast les‘ ich die Zeitung und das ist gut.
Lesen bildet, das ist ja bekannt.
Jeden Tag steht da was drin von Finanzbetrug.
Manchmal wird mein Boss dabei genannt.
Mehr über ihn bringt die Gesellschaftsrubrik.
Er ist bekannt und seine Freundin ist chic.

Chor
Er hat Geld und das macht er mit Geschäften.
Wie er sagt, ganz legalen Geschäften.
Wenn ich rauskomm‘, mach‘ ich legal Geschäfte.

 Gute Geschäfte
9. Ruhe

RUHE

Chor
Jeder Mensch hat das Recht, über seine Zeit frei zu verfügen,
frei zu verfügen, frei zu verfügen.
Jeder Mensch hat das Recht, sich Aktivität oder Ruhe zu widmen,
Ruhe zu widmen, Ruhe zu widmen.
Jeder Mensch hat das Recht,
das Recht auf Ausdauer, Fleiß und Faulheit,
Fleiß und Faulheit, Fleiß und Faulheit.

 Ruhe
10. Effizienz

EFFIZIENZ

Angestellten
Laut, so laut ich kann nicht mal mehr denken.
Laut, wie viel muss ich von mir verschenken?
Sagt, warum tut ihr mir das an?

Kalt, so kalt, mir friert dabei mein Herz ein.
Kalt, warum kann ich dabei nicht Mensch sein?
Sagt, warum muss das nur so sein?

Wenn ich liebe, fällt alles leicht.
Könnte Arbeit auch so sein?
Warum nicht?
Das wär‘ gut!
Das wär‘ toll,
wenn Arbeit keine Strafe wär‘,
wenn Arbeit eine Aufgabe wär‘!
Ich wäre froh und stolz darauf,
denn keiner müsste mich mehr kontrollieren,
kommandieren,
dominier’n.

Hart, so hart geworden, die Gesichter.
Hart, warum ist jeder Chef ein Richter?
Sagt, warum werdet ihr nur so?

Starr, kein Sinn, doch gibt es viele Regeln.
Starr, warum müsst ihr die Freiheit knebeln?
Sagt, warum zähl‘ ich nicht als Mensch?

Wenn ich liebe, fällt alles leicht.
Könnte Arbeit auch so sein?
Warum nicht?
Das wär‘ gut!
Das wär‘ toll,
wenn Arbeit keine Strafe wär‘,
wenn Arbeit eine Aufgabe wär‘!
Ich wäre froh und stolz darauf,
denn keiner müsste mich mehr motivier’n,

wenn Arbeit keine Strafe wär‘,
wenn Arbeit eine Aufgbe wär‘!
Ich wäre froh und stolz darauf,
denn keiner müsste mich mehr kontrollieren,
kommandieren,
dominier’n.

 Effizienz
11. Ich heiße Mensch

ICH HEIßE MENSCH

Angestellter 1
Mein Traum ist es, ein Instrument zu spiel’n
vor großem Publikum, irgendwo,

Angestellter 2
und ich schreib‘ dir die Melodie dazu,
wir kommen groß heraus: Mensch und Mensch.

Angestellter 3
Ich singe gern und möchte mit euch geh’n,
zu dritt wär’n wir bestimmt ein gutes Team.

Angestellter 4
Ich mach‘ nur noch, das was ich selber will,
ich nehm‘ mir Zeit für mich,
suche mich.

Angestellter 5
Ich will viel mehr von dieser Welt versteh’n,
will etwas neues bau’n,
mich was trau’n.

Angestellter 6
Mein Traum ist es, dass ich versinken kann,
probieren, lieben und verschlafen kann.

Angestellte
Leben,
das ist
unser Recht.

.
Träumen,
das ist
unser Recht.

.
Mensch zu sein
ist unser Recht.

Alle
Ich bin Mensch, ich hab‘ ein Recht auf Glück.
Du bist Mensch, du hast ein Recht auf Glück.
Welches Glück, welches Recht, welcher Mensch?
Selbst zu suchen, das ist unser Recht.

Angestellter 7
Die Zeit und ich sind keine Gegner mehr,
ich weiß, ich brauche sie,
sie braucht mich.

Angestellter 8
Ich zähl‘ nicht mehr, wie viel mir übrigbleibt,
ich geh‘ den Weg mit ihr,
wehr‘ mich nicht.

Angestellter 9
Sind Reisende auf einer langen Fahrt,
wir geh’n voran, zurück und bleiben steh’n.

Angestellte
Geht voran,
zurück,
bleibt steh’n.

.
Springt und tanzt
und läuft
im Kreis.

.
Lässt mich steh’n
und lässt mich geh’n.

Alle
Zeit zum Leben, Zeit zum Glücklichsein.
Zeit zum Lachen, Zeit zum Mutigsein.
Zeit für mich, Zeit für dich, Zeit für uns.
Tief in uns ist etwas aufgewacht.

Angestellte 1
Halt‘ sie nicht fest und lass‘ ihr ihren Lauf.
Sie wird im Traum ganz anders geh’n.
Sie ist dein Freund, zeigt dir den Weg.
Sie treibt dich nicht, sie trägt dich sanft.

Angestellte 2 + 3
Zeit fließt.
Zeit trägt.
Zeit fliegt.
Zeit trägt.

Alle
Zeit zum Leben, Zeit zum Glücklichsein.
Zeit zum Lachen, Zeit zum Mutigsein.
Zeit für mich, Zeit für dich, Zeit für uns.
Tief in uns ist etwas aufgewacht.
Ich bin Mensch, ich hab‘ ein Recht auf Glück.
Du bist Mensch, du hast ein Recht auf Glück.
Welches Glück, welches Recht, welcher Mensch?
Selbst zu suchen, das ist unser Recht.
Jeder Mensch bestimmt sein Schicksal selbst.
Jeder Mensch sucht seinen Weg zum Glück.
Jeder Mensch hat seine MenschenZeit.

 Ich heiße Mensch
12. Glückliches und fröhliches Lied der Antwort-Nicht-Antwort

GLÜCKLICHES UND FRÖHLICHES LIED DER ANTWORT-NICHT-ANTWORT

Fanfan 1
Alle Menschen haben Recht darauf zu leben.

Fanfan 2 Aber das ist doch selbstverständlich! Das Recht haben wir doch!

Fanfan 1 Nein, nur das Recht auf Überleben, und das heißt das Recht auf ein ökonomisches Leben.
Recht auf Unabhängigkeit so, wie es ihnen passt.

Fanfan 2 Was soll das sein?

Fanfan 1 Nie mehr einen Befehl ausführen, nie mehr vor irgendeiner Autorität knien zu müssen, egal ob es eine soziale, politische, ideologische, religiöse, ökonomische, wissenschaftliche oder künstlerische Autorität ist.
Wir müssen umlernen. Die Menschen haben ihren Unabhängigkeitswillen aufgegeben gegenüber der Macht einer Ökonomie, die eine regelrechte selbstständige Macht geworden ist, der man dienen muss.

Das Recht auf ihre Wut,
auf Wissen und auf Glück.
Das Recht hinzugeh’n, wohin sie woll’n.
Alle Menschen haben Recht darauf gesund zu sein.

Fanfan 2 Was soll das?

Fanfan 1 Was glaubst du, was Gesundheit bedeutet hat bis jetzt?

Fanfan 2 Sag‘ du es mir!

Fanfan 1 Inzwischen pendelt die Medizin zwischen therapeutischer Wirksamkeit und merkantilem Parasitismus. Menschen sind gezwungen, sich blind dem Markt der Krankheit anzuvertrauen. Die Medizinerverbände und die Multinationalen der Drogenkartelle und Pharmakonzerne ziehen Profit aus den Übeln, die sie kurieren. Gleichzeitig verleitet sie die ökonomische Logik, diese Übel in irgendeiner Form wieder zu vermehren.

Alle haben wir das Recht auf Luxus und Komfort,
aktiv sein und zu ruh’n,
Vergnügendes zu tun,
das Recht uns zu schmücken, wie wir woll’n.
Das Recht, ich zu sein, ganz einfach ich,
meine Lügen und Wahrheiten,
und mir bewusst zu sein der Einzigartigkeit,
mich irren, verirren, mich finden, verbunden mit mir.
Jeder Mensch hat Recht auf’s Reden oder Schweigen,

Fanfan 2 Da bin ich aber gespannt.

Fanfan 1
seine Wünsche, Emotionen und Gedanken,

Fanfan 2 Puuhh!

Fanfan 1
ist frei, gut zu sein
und unschuldig zu sein,
hat Recht abzulehnen jedes Leid.

Das Recht, ich zu sein, ganz einfach ich,
meine Lügen und Wahrheiten,
und mir bewusst zu sein der Einzigartigkeit,
mich irren, verirren, mich finden, verbunden mit mir.

Das Recht, mich zu müh’n
und ausdauernd sein,
Bedrohungen nicht akzeptieren.

Mal Falsches zu tun
und es korrigier’n
nichts jemals als heilig zu seh’n.

Jeder Mensch hat Recht auf körperliches Wohlergeh’n,
sich zu geben und zu geben ohne Opferung.
Das Recht auf Distanz
und auf Veränderung,
Exzess, aber auch Moderation.

Jeder Mensch hat Recht auf Freuden jeden Alters,
Recht auf Sicherheit und Zweifel, die es in ihm gibt,
auf Freiheit seines Traums
und seiner Phantasie,
das Recht, mehr als möglich zu begehr’n.

Das Recht, ich zu sein, ganz einfach ich,
meine Lügen und Wahrheiten,
und mir bewusst zu sein der Einzigartigkeit,
mich irren, verirren, mich finden, verbunden mit mir.

Das Recht, ich zu sein, ganz einfach ich,
meine Lügen und Wahrheiten,
und mir bewusst zu sein der Einzigartigkeit,
das Recht, ich zu sein, ganz einfach ich.

 Antwort kein Antwort
13. Cantico Novo

CANTICO NOVO

Jeder Mensch hat das Recht, die Wogen von Zuneigung und Abneigung zu empfinden, die sich ergeben aus der Lebendigkeit der Leidenschaften und den Freiheiten der Liebe

Das kostbarste Recht eines Kindes und Grundlage seiner freien Entfaltung ist die bedingungslose Liebe, die es bekommt und die es gibt, unabhängig von jeder Belohnung.
Das ist die Wurzel alles Menschlichen.

In der Liebe, in der Freundschaft, in der Solidarität sollten wir nichts im Gegenzug fordern, nichts im Gegenzug hoffen.
Nur so können die schlimmsten Formen der pervertierten Liebe für immer ausgeschlossen werden: die Vergewaltigung des Körpers und der Seele, das Besitzergreifen und seine Folge: die Eifersucht, die Anwendung von Gewalt und List, der Machtwille und die Angst, ausgeschlossen zu werden.

Das Tauschprinzip, das die Beziehung der Menschen untereinander regiert, hat aus der Zuneigung eine Ware gemacht. Weil wir dem Kind oder Erwachsenen mit Entzug unserer Zuneigung drohen, wenn wir keine Gegenleistung bekommen, wird die Zuneigung mit Hass, Verachtung, Rachegefühlen, Besitzergreifung verdorben.
Deshalb wurde jahrhundertelang die Liebe geplagt durch Eifersucht und durch die Angst zu verlieren, was man liebt.

Die Gegenwart der Arbeit in allen Lebensbereichen infizierte zu lange das Spiel von Zuneigung und Abneigung mit Langeweile, Verschleiß und Zerfall.
Gegen das Verschwinden der Liebe wirkt ihre Kunst, sich zu verwandeln, und ihr Gefühl des Rhythmus‘.
Das Spiel des sich Öffnens und sich Verschließens belebt immer wieder die Lust.
Die glühendste Leidenschaft genießt es auch zu erlöschen, um unter der Asche zu glimmen und bald wieder neu aufzuflammen.

Sich der Liebe und der Leidenschaft mit einem oder mehreren Gefährten hinzugeben, ist eine Frage der Wahl und der Neigung. Darin liegt vielleicht ein großes Geheimnis

Chor
Atemlos stehst du vor mir,
dein Blick verlor’n in meinem Blick,
verlor’n in meinem Blick.

Denn du warst nie so nah,
die Hand so fest in meiner Hand,
so fest in meiner Hand.

Ich bin dein Mund, dein Herz,
bin du, viel mehr noch als ich selbst,
viel mehr noch als ich selbst.

Nun bleib‘ und zeige mir
die Welt, so wie sie für dich ist,
so wie sie für dich ist.

Nimm mich so wie ich bin,
für uns, für diesen kurzen Tag,
für diesen kurzen Tag.

Nimm mich so wie ich bin,
für uns, für uns’re lange Nacht,
für uns.

 Cantico Novo
14. Wahn

Instrumental

 Wahn
15. Quartett + Eins

QUARTETT + EINS

Machtmenschen
Diese Welt, sie ist genial, sie folgt leichten Regeln.
Geld ist Macht und Macht ist Geld, alles hat ’nen Preis.
Wenn man’s braucht, dann kauft man sich einen Präsidenten.
Glaubt ihr’s nicht, dann schaut euch um, das ist Beweis!
Wir verdienen d’ran, profitier’n davon, doch wir woll’n immer mehr.

Jedes Ding und jeder Mensch ist im Grunde käuflich.
Leider ist die Welt erschöpft, der Profit lässt nach.
Dazu, das Patentrezept heißt Globalisierung.
Stark bleibt stark und wird global, doch schwach bleibt schwach.
Wir verdienen d’ran, profitier’n davon, doch wir woll’n immer mehr.

Angepasste
Was hier faul ist, merke ich,
denn ich bin doch nicht dumm.
Doch bis jetzt geht’s mir noch gut,
was soll ich mich beschweren?
Es ist mehr als nichts, bin Realist,
ess‘ lieber Gift als nichts.
Medizin dazu hilft mir im Nu.
Ich kann mich arrangieren.

Angepasste 1
Wir sind besser d’ran als andere,
das ist mir völlig klar.
Uns’re Nachbarn,
dort im Rückkehrheim,
sind dreckig laut und störend.

Angepasste 2
Besser d’ran als andere,
das ist mir völlig klar.
Nachbarn,
dort im Rückkehrheim,
sind dreckig laut und störend.

Angepasste
Wir haben viel, viel zuviel zu verlieren.
Wer garantiert, dass es nützt, sich zu wehr’n.

Veränderer
Seht, wir leben noch.
In unser’m Herz brennt noch ein helles Licht.
Hört, wir fragen noch.
Wir haben Mut zu sagen, was wir woll’n.
Spürt die Kraft in uns.
Wir sind bereit!
Veränderung muss sein!

Veränderer 1
Seht, die Welt ist krank.
Werft alles weg, was ihren Leib zerfrisst.
Hört den stillen Schrei.
Sie ruft nach euch, macht eure Herzen auf.
Spürt die Kraft in Euch.
Seid ihr bereit?
Veränderung muss sein!

Veränderer 2
Hört den Schrei,
hört den Schrei.
Heilt die Welt,
heilt die Welt.
Spürt die Kraft in
Euch und
heilt die Welt.

Protestler
Wir sind skandalisiert, wir sind ambitioniert
unser Unmut ist echt engagiert.
In den Straßen der Welt haben wir protestiert,
doch man hat uns total ignoriert.
Ja, wir lieben Protest, das gibt immer ein Fest
wenn die Kerzen uns illuminier’n.
Manchmal gibt es Krawall, fliegen Steine herum,
wovon wir uns ganz klar distanzier’n.
Doch je größer der Krach, um so mehr CNN.
Wir sind marketingorientiert.

Machtmenschen
Diese Welt,
sie ist genial,
sie folgt leichten Regeln.
Geld ist Macht
und Macht ist Geld,
alles hat ’nen Preis.

Wenn man’s braucht,
kauft man sich
einen Präsidenten.
Glaubt ihr’s nicht,
dann schaut euch um,
das ist Beweis!
Wir verdienen d’ran,
profitier’n davon,
doch wir woll’n immer mehr.

Machtmenschen
Mehr verdienen.
Mehr Gewinne.
Mehr Erfolge.
Viel mehr Geld.

Protestler
Wir sind reichlich frustriert,
denn es ändert sich nichts,
aber mehr können wir doch nicht tun.
Bilden Ketten im Land,
sprühen Text an die Wand,
die Probleme sind leider immun.

Wir sind machtlos und klein,
uns’re Herzen sind rein
und wir singen noch: Give peace a chance.
Uns’re Fackeln sind hell
und erleuchten die Stadt,
photogen mit romantischem Glanz.
Und am Ende vom Lied
geh’n wir fein brav nach Haus,
tief berührt von der guten Bilanz.

Veränderer
Es ist Zeit für Neubeginn,
höchste Zeit für Neubeginn,
höchste Zeit,
höchste Zeit für einen Neubeginn.

Machtmenschen
Jedes Ding und
jeder Mensch
ist im Grunde käuflich.
Leider ist
die Welt erschöpft,
der Profit lässt nach.

Dazu das Patentrezept
heißt Globalisierung.
Stark bleibt stark
und wird global,
doch schwach
bleibt schwach.

Wir verdienen d’ran,
profitier’n davon,
doch wir woll’n
immer mehr.

Machtmenschen
Mehr
verdienen.
Mehr
Gewinne.
Mehr
Erfolge.
Viel mehr Geld.

Angepasste
Wir haben viel,
viel zuviel
zu verlieren.
Wer garantiert,
dass es nützt,
sich zu wehr’n.

Wir haben viel,
viel zuviel
zu verlieren.
Wer garantiert,
dass es nützt,
sich zu wehr’n.

Träumen
soll nicht
sehr gesund
sein.

Angepasste
Uns geht’s gut,
warum soll’n wir
uns wehr’n?
Kein Problem,
was soll’n wir uns
beschwer’n?
Lasst uns doch in Ruh‘ damit.

Protestler
Wir sind reichlich frustriert
denn es ändert sich nichts,
aber mehr können wir doch nicht tun.
Bilden Ketten im Land,
sprühen Text an die Wand,
die Probleme sind leider immun.

Wir sind machtlos und klein,
uns’re Herzen sind rein
und wir singen noch: Give peace a chance.
Uns’re Fackeln sind hell
und erleuchten die Stadt,
photogen mit romantischem Glanz.

Und am Ende vom Lied
geh’n wir fein brav nach Haus,
tief berührt von der guten
Bilanz.

Veränderer
Es ist Zeit
für Neubeginn,
höchste Zeit
für Neubeginn,
höchste Zeit,
höchste Zeit
für einen Neubeginn.

Machtmenschen
Mehr
verdienen.
Mehr
Gewinne.
Mehr
Erfolge.
Viel mehr Geld.

Angepasste
Uns geht’s gut,
warum soll’n wir
uns wehr’n?
Kein Problem,
was soll’n wir uns
beschwer’n?
Lasst uns doch in Ruh‘ damit

Veränderer
Es ist Zeit
für Neubeginn,
höchste Zeit
für Neubeginn,
höchste Zeit,
höchste Zeit
für einen Neubeginn.

Protestler
Protestier’n, das ist gut.
Protestier’n, das macht Spaß.
Ganz empört, echauffiert,
protestier’n, das ist gut.
Jeden Tag protestier’n,
Protestier’n ist unser‘
liebster Zeitvertreib.

Der Utopist
Verrückt, ja!
Das bin ich,
nach Leben, nach Passion,
nach Leben, nach Bewegung,
nach Veränd’rung und nach Kraft.

Wollt mich halten?
So versucht’s doch.
Ich werd‘ stets stärker sein
als die Mauern, die ihr mir baut,
als die Angst in euch,
denn ich spiele nicht das Spiel mehr,
das ich einst mit euch erfand.
Ihr, ihr seid nicht nur ihr.
Nein, ihr seid auch ich.

Auch wenn ich manchmal außer Atem bin,
wenn ich stolpere, umfalle,
wenn ich halten muss, weil ich nicht mehr weiß.
Dann stehe ich wieder auf, ich schaue, ich suche,
und ich kann erneut jederzeit erkennen,
was lebendig ist und was zerstört,
was sorglos ist und was Angst hat,
was offen ist, was sich versteckt,
was stolz ist und was feige ist,
was gut ist und was Verrat ist,
was aufbaut und was tot ist,
was aufbaut und was tot ist.

Und ich wasche meine Augen auch mit dreckigem Wasser,
um besser zu verstehen, um besser zu verstehen.
Ich höre nie auf Fragen wieder zu stellen
und Antwort zu finden oder zu erfinden, wenn es sein muss.
Und egal, wenn es euch schubst, und egal, wenn es schockiert.
Die Moral ist getötet worden, also warum klagen?
Und ich werde nie aufhören es zu sagen:
Ich spiele das Spiel nicht mehr,
ich spiele das Spiel nicht mehr.

La la la …

Ich spiele das Spiel nicht mehr,
nein, ich spiele das Spiel nicht mehr.

 Quartett plus Eins
16. Nach Lust und Laune

NACH LUST UND LAUNE

Vater
Traum, wo bist du? Ich weiß es nicht.
Hab‘ dich verloren?
Irgendwann gingst du fort.

Ort, wo bist du, den ich einst sah,
jung im Herzen voller Kraft,
mir zu wählen den Weg dahin.

Wo man offen lebt,
nicht so eingeschränkt.
Wo man liebt, wie man kann
und das Leben teilt.

Alles teilen ist gut und recht,
doch teil‘ ich Liebe,
darf ich das nur versteckt.

Chor
Ein jeder Mensch darf leben auf seine Art,
sich geben und ausprobier’n,
mit wem er sich binden mag,
darf sein, wie er ist.

Ein jeder Mensch hat Recht, nur er selbst zu sein,
in all seiner Eigenart,
zu spiel’n seine Leidenschaft,
zu sein, wer er ist.

Vater
Meine Liebe, sag, wo bist du?
Hab‘ dich gefunden
irgendwann auf dem Weg

Meine Kinder, was gab ich euch?
Gab euch Leben und ein Heim.
Manchmal war es zuviel für mich.

Anders als im Traum,
anders als gewollt.
Manchmal kann ich nicht mehr,
doch ich geb‘ nie auf.

Chor
Er verlor den Traum.
Er verlor den Weg.
Doch er sucht den Weg
jeden Tag erneut.

Chor
Er fällt manchmal hin.
Er gibt niemals auf.
Er steht wieder auf
jeden Tag erneut.

Er verlor den Traum.
Er verlor den Weg.
Doch er sucht den Weg
jeden Tag erneut.

Vater
Ich
frage,
suche,
finde.

Ich
suche,
lebe,
liebe.

.
.
.
.

Mutter

Jeder Traum,
jeder Ort,
jeder Schmerz
ist in mir,

Mutter
denn du und ich,
wir haben soviel geseh’n,
die Freiheit, die du dir nahmst,
ich konnte sie schwer versteh’n,
doch ist sie dein Recht.

Denn du und ich, wir dürfen wir selber sein,
in all uns’rer Eigenart
spiel’n wir uns’re Leidenschaft.
Wir sind, wie wir sind.

Chor
Wie wir sind,
wie wir sind,
wie wir sind,
Wie wir sind.

 Nach Lust und Laune
17. Tendresse

TENDRESSE

Mutter
Wenn deine Hand meine Hand zärtlich findet,
wenn uns’re Augen sich zärtlich seh’n,
findest du den Weg,
zu deinem Glück,
ganz anders als du denkst,
ganz anders als du liebst,
viel mehr als du liebst,
nimmst du zart meine Hand.

Doch halte jeden Tag,
behüte jeden Tag,
was anders ist in dir,
ganz anders als in mir.
Halte es, halte es fest.

Wenn deine Hand sich bewegt durch die Liebe,
wenn die Begierde den Weg dir zeigt,
denke stets daran,
lass‘ mir die Zeit,
die Zeit für mich zu geh’n,
die Zeit zurückzukehr’n,
die Zeit zu bewahr’n,
was ich war, zu bewahr’n.

Chor
Doch halte jeden Tag,
behüte jeden Tag,
was anders ist in dir,
ganz anders als in mir.
Halte es, halte es fest

 Tendresse
18. Oarystis

OARYSTIS

Oaryster
Uns’re Stadt ist eine Oasenstadt mit Biotopen,
die alle möglichen Tiere anlockt. (gruselig)Whuuh!
Und wer sich dorthin wagt,
kann auch gefährlichen Tieren begegnen …
(keck) … wenn er es möchte!
Große Flächen für Gemüse, Blumen, Getreide.
Alle Tiere, die uns Milch und Eier geben, sind auch da.
In unseren Straßen finden Sie sehr viele Läden,
wo Landwirte, Gärtner, Handwerker, Künstler, Erfinder,
Köche, Mechaniker, Dichter gern verteilen und schenken,
was aus Leidenschaft und Erfindungsgeist geboren wird.
Überall nur Felder, überall nur Gärten,
überall nur Parks und Waldungen, Bauernhöfe!
Keine Trennung mehr zwischen Stadt und Land.
Verkehrsmittel, Verkehrsmittel werden allen, wirklich allen,
zur freien Verfügung gestellt:
elektrische Autos, Rollbahnen, Aufzüge, (witzig) kleine Züge.

Uns’re Stadt ist eine Oasenstadt!
Alle Aktivitäten vermischen sich.
Neben öffentlichen Plätzen gibt es Häuser-Straßen
mit Gängen und Räumen für Bürgerversammlungen.
Dort kann man sich einfach treffen oder schlafen oder essen.
Im Forum sind große Versammlungen für gemeinsame Entscheidungen.
Aufzüge und Seilbrücken zwischen großen Bäumen
ermöglichen den Zugang zu allen Ebenen.
Der Verkehr in alle Richtungen wird bevorzugt,
weg von der starren Einteilung zwischen
oben und unten, links und rechts,
Vergangenheit und Zukunft, blabla bla bla …
Die Museen sind ersetzt worden durch reichhaltig verzierte Straßen.
Die Kunstwerke der Vergangenheit sind Teil der täglichen Verwunderung.
Auf die Mauern darf jeder zeichnen, jeder schreiben.
Statt Werbetafeln findet man Gedichte, Kalligraphien, sinnliche Bilder.
Alles ist der Ausdruck der Lust zu wohnen, zu dekorieren, zu blühen.
Aus der Stadt wird ein Kunstwerk, wo Farben und Töne
aus der innerlichen Landschaft der menschlichen Sensibilität stammen.
Das Experimentieren ist überall gegenwärtig in seiner größten Vielfalt.
Es ist einer einzigen Bedingung unterworfen:
Es soll im Einklang mit dem Verbesserungsprojekt des Lebens und der Umwelt sein.
Dies schließt alle Kriterien aus, die mit Rentabilität,
Profit, Wettbewerb und Macht zu tun haben.
Es schließt auch alle Praktiken aus, die Leid, Verfall und Tod verursachen.

Oarystis sind die Häuser der zärtlichen Liebe.
Jungen und Mädchen treffen sich dort wenn sie es wollen
und erproben ihre ersten Liebes Abenteuer,
weihen sich ein in der Verfeinerung der sexuellen Erfahrung.
Wenn sie es wünschen, können sie die Affinitäten frei herausfinden,
die sie leiten werden zu einer dauerhaften Beziehung
und der Entscheidung ein Kind zu bekommen.

Überall gibt es Zentren zum Tauschen, zum Wiederverwerten,
um lebensnotwendige Güter zu verteilen.
Alle erfahren dort, was es vorrangig zu produzieren gibt.
Demnach ist jeder in der Lage, entsprechend seinen Fähigkeiten
zur Lebensversorgung aller beizutragen.
Gesundheitshäuser lehren, Krankheiten vorzubeugen und pflegen die,
die es nicht schaffen, sich gesund zu halten.

In den Straßen gibt es die Leuchttürme des Wissens:
Dort werden Informationen über alles mögliche verbreitet.
In der Nähe halten sich diejenigen auf,
die motiviert sind durch die Leidenschaft zu unterrichten
und die in der Lage sind, ihr Wissen sowohl Jungen als auch Älteren mitzuteilen.
Sie erläutern, korrigieren, diskutieren und strukturieren die Informationen.
Hier ist das Kind nicht ein König,
aber es steht im Zentrum der Aufmerksamkeit,
der Gedanken, des Erlernens des Schicksals.
Denn die Idee, sein eigenes Schicksal zu konstruieren,
prägt diese Institute der gegenseitigen Erziehung,
wo Kinder und Eltern sich mit ihren Erfahrungen konfrontieren.

Um Oarystis gibt es einen Wald, der den Toten gewidmet ist.
Über jedem Gestorbenen wächst ein Baum nach seinem Wunsch.

 Oarystis
19. Life

LIFE

1. Teil – ohne Musik
Jeder Mensch hat das Recht, Mensch zu werden und als Mensch behandelt zu werden.
Das Recht auf Leben, auf Unabhängigkeit, auf Wissen, auf Glück.
Das Recht, über seine Zeit frei zu verfügen,
sich fortzubewegen, wohin und wie er will.

Jeder Mensch hat das Recht auf die Kostenlosigkeit der lebensnotwendigen Güter,
auf gesunde und natürliche Nahrung, auf Gesundheit, auf Komfort und Luxus.
Das Recht, über einen Wohnraum zu verfügen, im Einklang mit seinen Wünschen.

Jeder Mensch hat das Recht, von der und für die Gemeinschaft
bereit gestellte Transportmittel kostenlos zu benutzen.
Das Recht, die natürlichen Ressourcen und Energien
kostenlos zu nutzen und zu genießen

Jeder Mensch hat das Recht, die experimentelle Wissenschaft ständig zu kontrollieren,
um sich zu vergewissern,
dass sie dem Menschlichen, und nicht der Marktwirtschaft dient.

Jeder Mensch hat das Recht, sich selbst, den Anderen und die Welt zu genießen,
er selbst zu sein und das Bewusstsein seiner Einzigartigkeit zu kultivieren.

Jeder Mensch hat das Recht auf Authentizität, auf die Allianz mit sich selbst,
auf die Allianz mit Gleichgesinnten, auf die Allianz mit der Natur.

Alle Menschen haben das Recht, sich auf Grund von Affinitäten zu gruppieren,
staatliche Regierungen zu ersetzen durch einen Weltbund
von kleinen lokalen Gemeinschaften,
in denen die Qualität der Individuen die Menschlichkeit der Gesellschaften garantiert.

Jeder Mensch hat das Recht, sich mit seinem animalischen Teil zu versöhnen,
sein eigenes Schicksal zu konstruieren,
das Recht, zu erschaffen und sich zu erschaffen,
sich einzumischen und zu intervenieren überall,
wo der Fortschritt des Menschen bedroht ist.

2. Teil – mit Musik
Jeder Mensch hat das Recht, das zum Leben zu wenden, was zum Tod gebeugt wurde,
seine Umwelt zu verbessern, um besser darin leben zu können.

Jeder Mensch hat das Recht auf die seiner Sensibilität gebührende Rücksicht.

Jeder Mensch hat das Recht,
die Wogen von Zuneigung und Abneigung zu empfinden,
die sich ergeben aus der Lebendigkeit der Leidenschaften und den Freiheiten der Liebe

Jeder Mensch hat das Recht,
die Vielfalt seiner Begierde auf der Vielfalt des Lebens zu gründen,
sich der Aktivität oder der Ruhe zu widmen.

Das Recht auf ein natürliches Leben und einen natürlichen Tod,
auf Faulheit, auf Fleiß und Ausdauer,
auf sein persönliches Gefühl für Schönheit.

Jeder Mensch hat das Recht, Fortschritte oder Rückschritte zu machen,
umher zu irren, sich zu verlieren und sich zu finden,
den Terror zu besiegen und die Angst zu zähmen,
Bedrohung und Leid abzulehnen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Irrtum und seine Korrektur,
auf seine Zweifel und seine Gewissheiten,
auf absolute Meinungs- und Äußerungsfreiheit,
auf Veränderung, auf Distanzierung,
das Recht auf seine Lügen und seine Wahrheiten
auf Maßlosigkeit und Mäßigung,
auf die Freiheiten der Träume und der Vorstellungskraft,
auf Wut, auf das Wohlergehen des Körpers.

Jeder Mensch hat das Recht, sich der Welt zu öffnen und zu verschließen,
seine Emotionen, seine Begierden und seine Gedanken auszudrücken oder zu verbergen.

Jeder Mensch hat das Recht, das zu kritisieren und dem zu widersprechen,
was am sichersten gilt oder was als elementare Wahrheit erscheint.
Das Recht, nichts für heilig zu halten.

Jeder Mensch hat das Recht zu geben und sich zu geben, ohne sich zu opfern,
der Frustration zu entfliehen, indem er die Unzufriedenheit durch das Unstillbare ersetzt.

Jeder Mensch hat das Recht, sich zu vergnügen,
und in jedem Alter das Recht auf Vergnügungen jeden Alters.

Jeder Mensch hat das Recht, den Zugang dazu zu erhalten,
sich künstlerisch auszudrücken,
sich zu schmücken, wie er es für richtig findet.

Jeder Mensch hat das Recht auf Unschuld.
Jeder Mensch hat das Recht, auf die Gewalt des Lebendigen zu setzen,
um der Gewalt des Todes entgegen zu treten.

Jeder Mensch hat das Recht, dem Lebenswillen die vitale Energie zurückzugeben,
die durch den Machtwillen geraubt wurde.

Jeder Mensch hat das Recht, zu schützen und beschützt zu werden,
Güte frei auszuüben, Kinder zu gebären, zu seinem Glück und zu deren Glück.

Jeder Mensch hat das Recht zu begehren, was jenseits des Möglichen erscheint.
Jeder Mensch hat das Recht, seine Gemützustände, Einfälle und Launen auszuleben,
ohne sie den anderen aufzwingen zu müssen
und ohne sie von den anderen ertragen zu müssen.

Jeder Mensch hat das Recht auf die Poesie der Existenz.
Jeder Mensch hat das Recht zu spielen oder sein Spiel zu treiben
mit dem Verhalten und den Werten der alten Welt.

 Life

INHALT

Kurzfassung der Geschichte

ERKLÄRUNG DER MENSCHENRECHTE (Raoul Vaneigem)
Artikel 1 Jeder Mensch hat das Recht, Mensch zu werden und als Mensch behandelt zu werden
Artikel 2 Jeder Mensch hat das Recht auf Leben
Artikel 3 Jeder Mensch hat das Recht auf Unabhängigkeit
Artikel 4 Jeder Mensch hat das Recht auf Wissen
Artikel 5 Jeder Mensch hat das Recht auf Glück
Artikel 6 Jeder Mensch hat das Recht über seine Zeit frei zu verfügen
Artikel 7 Jeder Mensch hat das Recht, sich fortzubewegen, wohin und wie er will
Artikel 8 Jeder Mensch hat das Recht auf die Kostenlosigkeit der lebensnotwendigen Güter
Artikel 8a Jeder Mensch hat das Recht über einen Wohnraum zu verfügen, im Einklang mit seinen Wünschen
Artikel 8b Jeder Mensch hat das Recht auf gesunde und natürliche Nahrung
Artikel 8c Jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit
Artikel 8d Jeder Mensch hat das Recht auf Komfort und Luxus
Artikel 8e Jeder Mensch hat das Recht von der und für die Gemeinschaft bereit gestellte Transportmittel kostenlos zu benutzen
Artikel 8f Jeder Mensch hat das Recht die natürlichen Ressourcen und Energien kostenlos zu nutzen und zu genießen
Artikel 9 Jeder Mensch hat das Recht, die experimentelle Wissenschaft ständig zu kontrollieren, um sich zu vergewissern, dass sie dem Menschlichen und nicht der Marktwirtschaft dient
Artikel 10 Jeder Mensch hat das Recht sich selbst, den Anderen und die Welt zu genießen
Artikel 10 a1 Jeder Mensch hat das Recht auf die Allianz mit sich selbst
Artikel 10 a2 Jeder Mensch hat das Recht, er selbst zu sein und das Bewusstsein seiner Einzigartigkeit zu kultivieren
Artikel 10 a3 Jeder Mensch hat das Recht auf Authentizität
Artikel 10 b1 Jeder Mensch hat das Recht auf die Allianz mit Gleichgesinnten
Artikel 10 b2 Alle Menschen haben das Recht, sich auf Grund von Affinitäten zu gruppieren
Artikel 10 b3 Jeder Mensch hat das Recht, staatliche Regierungen zu ersetzen durch einen Weltbund von kleinen lokalen Gemeinschaften, in denen die Qualität der Individuen die Menschlichkeit der Gesellschaften garantiert
Artikel 10 c Jeder Mensch hat das Recht auf die Allianz mit der Natur
Artikel 10 d Jeder Mensch hat das Recht, sich mit seinem animalischen Teil zu versöhnen
Artikel 11 Jeder Mensch hat das Recht, sein eigenes Schicksal zu konstruieren
Artikel 12 Jeder Mensch hat das Recht, zu erschaffen und sich zu erschaffen
Artikel 13 Jeder Mensch hat das Recht, sich einzumischen und zu intervenieren überall, wo der Fortschritt des Menschen bedroht ist
Artikel 14 Jeder Mensch hat das Recht, das zum Leben zu wenden, was zum Tod gebeugt wurde
Artikel 15 Jeder Mensch hat das Recht, seine Umwelt zu verbessern, um besser darin leben zu können
Artikel 16 Jeder Mensch hat das Recht auf die seiner Sensibilität gebührende Rücksicht
Artikel 17 Jeder Mensch hat das Recht, die Gefühlsregungen von Zuneigung und Abneigung zu empfinden, die der Lebendigkeit der Leidenschaften und den Freiheiten der Liebe innewohnen

Artikel 18 Jeder Mensch hat das Recht auf ein natürliches Leben und einen natürlichen Tod
Artikel 19 Jeder Mensch hat das Recht, die Vielfalt seiner Begierde auf der Vielfalt des Lebens zu gründen
Artikel 20 Jeder Mensch hat das Recht, sich der Aktivität oder der Ruhe zu widmen
Artikel 21 Jeder Mensch hat das Recht auf Faulheit
Artikel 22 Jeder Mensch hat das Recht auf Fleiß und Ausdauer
Artikel 23 Jeder Mensch hat das Recht auf sein persönliches Gefühl für Schönheit
Artikel 24 Jeder Mensch hat das Recht, Fortschritte oder Rückschritte zu machen
Artikel 25 Jeder Mensch hat das Recht, umher zu irren, sich zu verlieren und sich zu finden
Artikel 26 Jeder Mensch hat das Recht, den Terror zu besiegen und die Angst zu zähmen
Artikel 27 Jeder Mensch hat das Recht, Bedrohung abzulehnen
Artikel 28 Jeder Mensch hat das Recht auf Irrtum und seine Korrektur
Artikel 29 Jeder Mensch hat das Recht auf absolute Meinungs- und Äußerungsfreiheit
Artikel 30 Jeder Mensch hat das Recht, das zu kritisieren und dem zu widersprechen, was am sichersten gilt oder was als elementare Wahrheit erscheint
Artikel 31 Jeder Mensch hat das Recht, nichts für heilig zu halten
Artikel 32 Jeder Mensch hat das Recht auf Veränderung
Artikel 33 Jeder Mensch hat das Recht auf Distanzierung
Artikel 34 Jeder Mensch hat in jedem alter das Recht auf Vergnügungen jeden Alters
Artikel 35 Jeder Mensch hat das Recht Leid abzulehnen
Artikel 36 Jeder Mensch hat das Recht, zu geben und sich zu geben, ohne sich zu opfern
Artikel 37 Jeder Mensch hat das Recht, der Frustration zu entfliehen, indem er die Unzufriedenheit durch das Unstillbare ersetzt
Artikel 38 Jeder Mensch hat das Recht auf seine Zweifel und seine Gewissheiten
Artikel 39 Jeder Mensch hat das Recht auf Maßlosigkeit und Mäßigung
Artikel 40 Jeder Mensch hat das Recht sich zu vergnügen
Artikel 41 Jeder Mensch hat das Recht auf die Freiheiten der Träume und der Vorstellungskraft
Artikel 42 Jeder Mensch hat das Recht auf Wut
Artikel 43 Jeder Mensch hat das Recht auf das Wohlergehen des Körpers
Artikel 44 Jeder Mensch hat das Recht, sich zu schmücken, wie er es für richtig findet
Artikel 45 Jeder Mensch hat Recht auf seine Lügen und seine Wahrheiten
Artikel 46 Jeder Mensch hat das Recht, sich der Welt zu öffnen und zu verschließen
Artikel 47 Jeder Mensch hat das Recht, seine Emotionen, seine Begierden und seine Gedanken auszudrücken oder zu verbergen
Artikel 48 Jeder Mensch hat das Recht, den Zugang dazu zu erhalten, sich künstlerisch auszudrücken
Artikel 49 Jeder Mensch hat das Recht, Güte frei auszuüben
Artikel 50 Jeder Mensch hat das Recht auf Unschuld
Artikel 51 Jeder Mensch hat das Recht, auf die Gewalt des Lebendigen zu setzen, um der Gewalt des Todes entgegen zu treten
Artikel 52 Jeder Mensch hat das Recht, dem Lebenswillen die vitale Energie zurückzugeben, die durch den Machtwillen geraubt wurde
Artikel 53 Jeder Mensch hat das Recht, zu schützen und beschützt zu werden
Artikel 54 Jeder Mensch hat das Recht, Kinder zu gebären, zu seinem Glück und zu deren Glück
Artikel 55 Jeder Mensch hat das Recht zu begehren, was jenseits des Möglichen erscheint
Artikel 56 Jeder Mensch hat das Recht, seine Gemützustände, Einfälle und Launen auszuleben, ohne sie den anderen aufzwingen zu müssen und ohne sie von den anderen ertragen zu müssen
Artikel 57 Jeder Mensch hat das Recht auf die Poesie der Existenz
Artikel 58 Jeder Mensch hat das Recht zu spielen oder sein Spiel zu treiben mit dem Verhalten und den Werten der alten Welt

PRESSEBERICHTE

Aus den Krefelder Tageszeitungen

Plakate der Musicalproduktionen
der Musikschule der Stadt Krefeld

Rheinische Post Krefeld, 26. Januar 2004

Das Recht auf die Poesie der Existenz
Tiefgründig und unterhaltsam

Mehr lesen

Westdeutsche Zeitung Krefeld, 7. Februar 2011

Menschenrecht auf Faulheit
Sehr kreativ ausgelegt

Mehr lesen

Rheinische Post Krefeld, 8. Februar 2011

Verblüffende Aktualität

Mehr lesen

WEITERE INFORMATIONEN

Das Ansichtsmaterial finden Sie hier: ANSICHTSMATERIAL

Die Kosten für die Aufführungsrechte und für das Aufführungsmaterial erfahren Sie hier: AUFFÜHRUNGSRECHTE & AUFFÜHRUNGSMATERIAL

Die Vorgehensweise für Bestellungen wird hier erläutert: BESTELLUNGEN